Zeit 27.05.2026
10:04 Uhr

Wirtschaftsweise senken wegen Irankriegs ihre Konjunkturprognose


Wirtschaftsweise senken wegen Irankriegs ihre Konjunkturprognose
Der Sachverständigenrat erwartet für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr nur ein geringfügiges Wachstum. Das schreiben die sogenannten Wirtschaftsweisen in ihrem Frühjahrsbericht. Sie gehen nur noch von 0,5 Prozent mehr BIP aus. Damit hat das Gremium, das die Bundesregierung in Wirtschaftsfragen berät, seine Wachstumserwartungen gegenüber der Schätzung im vergangenen Herbst fast halbiert. Für das kommende Jahr erwarten die Ökonominnen und Ökonomen mit 0,8 Prozent ebenfalls ein nur geringes Wachstum. Die Wirtschaftsweisen veröffentlichen zweimal jährlich eine Bestandsaufnahme zum Zustand der deutschen Wirtschaft, wobei das im November erstellte Jahresgutachten als maßgeblich gilt. Im Jahresgutachten 2025 hatten die Ökonominnen und Ökonomen für dieses Jahr noch einen Anstieg der Wirtschaftsleistung von 0,9 Prozent prognostiziert und waren damit bereits zurückhaltender als die Bundesregierung, die damals mehr als ein Prozent erwartet hatte. Hohe Ölpreise erschweren Handel und senken Konsum Diese Prognose ist im nun veröffentlichten Frühjahrsgutachten von der US-Handelspolitik und den hohen Energiepreisen infolge des Irankrieges stark beeinflusst worden. Führende Wirtschaftsinstitute und auch die Bundesregierung haben ihre Konjunkturerwartungen vor diesem Hintergrund gegenüber den Prognosen im Vorjahr ebenfalls halbiert. Die Wirtschaftsweisen begründen ihre pessimistischeren Erwartungen mit den hohen Ölpreisen. Diese würden die Bedingungen für Handel verschlechtern, heißt es in ihrem Bericht: »Das senkt die Kaufkraft der privaten Haushalte und damit den privaten Konsum. Höhere Produktionskosten belasten die Unternehmen und reduzieren die Investitionsnachfrage.« Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, wie der Rat der Wirtschaftsweisen vollständig heißt, berät die Bundesregierung seit den Sechzigerjahren in Finanz- und Wirtschaftsfragen. Das Gremium besteht aus fünf Personen, die für jeweils fünf Jahre berufen werden. Aktuelle Vorsitzende des Rats ist die Ökonomin Monika Schnitzer. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.