Zeit 11.03.2026
18:17 Uhr

Winter-Paralympics: Ukrainischer Verband spricht von Repressionen bei Winter-Paralympics


Das ukrainische Team bei den Winter-Paralympics in Italien sieht sich Repressionen ausgesetzt. Dem Internationalen Paralympischen Komitee wirft es Russlandnähe vor.

Winter-Paralympics: Ukrainischer Verband spricht von Repressionen bei Winter-Paralympics
Das Team der Ukraine wirft dem Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) Repressionen bei den Winter-Paralympics in Italien vor. Man sehe "sich gezwungen zu erklären, dass die Nationalmannschaft, ihre Athleten und Trainer seit Beginn der XIV. Paralympischen Winterspiele systematischem Druck seitens Vertretern des Internationalen Paralympischen Komitees und des Organisationskomitees der Spiele ausgesetzt waren", teilte das ukrainische Paralympische Komitee mit. Das IPC sei überrascht über diese Stellungnahme, teilte ein Sprecher mit. "Wir haben zwar Verständnis für die Situation der ukrainischen Bevölkerung, doch dieses Verständnis erlaubt es dem NPC Ukraine nicht, gegen die Regeln dieser Spiele zu verstoßen", teilte das IPC mit. In seinem offenen Brief nennt das ukrainische Paralympische Komitee vier Beispiele für die Vorwürfe. So habe Oleksandra Kononowa nach ihrem Sieg im Biathlonsprint bei der Siegerehrung ihre Ohrringe in den Landesfarben Blau und Gelb sowie mit der Aufschrift "Stop War" herausnehmen müssen. Ein Vertreter des IPC habe versucht, sie ihr wegzunehmen, schrieb der Verband. Das IPC bestätigte, dass Kononowa ihre Ohrringe abnehmen musste, sie sei aber höflich darum gebeten worden und habe zugestimmt. IPC widerspricht Vorwurf der Nähe zu Russland Nach Angaben des ukrainischen Paralympischen Komitees musste die ukrainische Flagge vor dem Quartier im paralympischen Dorf abgenommen und an einer weniger sichtbaren Stelle wieder aufgehängt werden. Der Familie von Biathlet Taras Rad, Sieger im Biathlonsprint und Dritter im Einzel, seien durch Vertreter des IPC und des Organisationskomitees Fahnen und Schals mit ukrainischen Ornamenten abgenommen worden. Auch sei eine tägliche Zusammenkunft im Gemeinschaftsraum der Unterkunft, die sich das ukrainische Team mit anderen Mannschaften teilt, für unzulässig erklärt worden. Zugleich warf das ukrainische Paralympische Komitee dem IPC "seit Langem die offensichtliche, besondere Loyalität" gegenüber den Paralympischen Komitees von Russland und Belarus vor. Das IPC wies den Vorwurf zurück. Die Entscheidung, den Ausschluss von Russland und Belarus aufzuheben, sei im vergangenen September von den Mitgliedsverbänden auf der Generalversammlung demokratisch getroffen worden und nicht vom IPC-Vorstand oder dem IPC-Managementteam. Bei den Winter-Paralympics in Mailand, Cortina d'Ampezzo und Tesero dürfen Sportler und Sportlerinnen aus Russland und Belarus erstmals seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine vor vier Jahren wieder unter nationalen Symbolen bei einer Sportgroßveranstaltung antreten . Für die alpine Super-G-Siegerin Warwara Worontschichina wurde bei der Siegerehrung erstmals seit 2014 in Sotschi bei Paralympics nicht nur die russische Fahne gehisst, sondern auch die Hymne gespielt.