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05.06.2026
16:36 Uhr
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Ein interner Bericht beschreibt laut Medienberichten Probleme bei Reparaturen von Waffensystemen der Bundeswehr. Das Verteidigungsministerium sieht »Herausforderungen«.

Die Bundesregierung hat nach Berichten über einen erheblichen Reparaturstau bei der Bundeswehr »Herausforderungen« eingeräumt. Die Erfüllung der Bündnisverpflichtungen sei jedoch nicht gefährdet. Das teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin mit. Die »Einsatzbereitschaft der Großwaffensysteme« gehe »in die richtige Richtung«, es gebe jedoch auch Bereiche »mit Herausforderungen« . Schwierigkeiten gebe es unter anderem durch Waffenlieferungen an die Ukraine und eine deutlich gestiegene Zahl an Militärübungen. Zuvor hatten WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung unter Berufung auf einen internen Lagebericht eines Dienstleisters der Bundeswehr berichtet, viele Fahrzeuge und Waffensysteme der Bundeswehr wegen fehlender Ersatzteile offenbar nicht einsatzbereit seien. Demnach kommt die Heeresinstandsetzungslogistik GmbH (HIL), eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Verteidigungsministeriums mit Sitz in Bonn, mit kurzfristigen Reparaturanforderungen aus dem Ministerium nicht hinterher. Interner Bericht legt chaotische Zustände nahe Die HIL ist bundesweit für die Instandhaltung von landbasiertem Kriegsgerä t wie Panzern und Haubitzen zuständig. In dem internen Bericht sei die Rede von chaotischen Planungen des Ministeriums und einem akuten Mangel an Ersatzteilen, heißt es in dem Medienbericht. Das führe dazu, dass mit einer »Einschränkung der materiellen Einsatzbereitschaft wesentlicher Waffensysteme « zu rechnen sei. Dadurch sei auch die Verteidigungsfähigkeit insgesamt gefährdet und auch Bündnisverpflichtungen seien möglicherweise für Deutschland nicht verlässlich einzuhalten. Verteidigungsministerium verweist auf mehr Militärübungen Die Probleme beträfen demnach selbst die wichtigen Waffensysteme. So sei im Mai nicht einmal die Hälfte des Gesamtbestands der Panzerhaubitze 2000 einsetzbar gewesen. Fast die Hälfte der Schützenpanzer Marder und der Radpanzer Boxer hätten im Mai in der Wartungs- und Reparaturschleife festgehangen. Das Verteidigungsministerium bestätigte die aus dem Bericht hervorgehenden Angaben nicht und wollten den Bericht des Rechercheverbunds teils nicht kommentieren. Ein Sprecher des Ministeriums in Berlin verwies auf die neuen »Herausforderungen« für die Bundeswehr angesichts von Bedrohungen durch Russland und durch die Abgabe von Waffensystemen an die Ukraine . Diese müssten dann wiederum auch mit Ersatzteilen versorgt werden. Außerdem übe die Truppe mehr als früher, Gerät Ausrüstung würden stärker beansprucht. Sprecherin sieht notwendige Strukturen »grundsätzlich vorhanden« Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit, die »Strukturen und Kapazitäten für diesen Instandhaltungsaufwand« seien bei der HIL »grundsätzlich vorhanden«. Man arbeite mit der HIL daran, »auch nach intensiven Übungen die technische Einsatzbereitschaft schnell wieder zu verbessern.« Für neu beschaffte Waffensysteme sei die sogenannte Erstversorgung mit Ersatzteilen für die ersten drei bis fünf Jahre gesichert. Die HIL habe insofern »keine direkte Verantwortung. Allerdings könne auch die Industrie »nicht immer die geforderten Ersatzteile fristgerecht liefern«.