Zeit 20.03.2026
14:22 Uhr

Vorruhestand: Wie haben Sie es geschafft, früher in Rente zu gehen?


Sanftes Ausgleiten, hohe Abfindung, Kündigung kurz vor Ruhestand? Schreiben Sie uns, auf welchen Wegen Sie schon vor der Regelaltersgrenze in Rente gegangen sind.

Vorruhestand: Wie haben Sie es geschafft, früher in Rente zu gehen?
In der politischen Debatte geht es seit Jahren darum, wie Menschen länger im Erwerbsleben bleiben können. Die Regierung von Friedrich Merz (CDU) versucht, mit Programmen wie der Aktivrente für das Arbeiten jenseits der 67 zu werben. Die Zahl der Menschen, die auch über die Regelaltersgrenze hinaus erwerbstätig sind, steigt. Zugleich beschäftigen sich viele bereits Jahre vorher mit der Frage, wann sie aus dem Berufsleben ausscheiden wollen. Gründe dafür gibt es unterschiedliche: hohe Belastungen im Job, Zeit mit Kindern und Enkelkindern, ein Hobby, das immer viel zu kurz kam, oder auch die Pflege von Angehörigen. In einem Alter ab 60 Jahren denken viele ans Aufhören und die verbleibende Lebenszeit nach. Tatsächlich gehen viele Deutsche schon vor der regulären Altersgrenze in den Ruhestand. Im Jahr 2024 haben rund 937.000 Menschen erstmals eine Altersrente von der Deutschen Rentenversicherung bezogen . Aber nur etwa 378.000 von ihnen hatten beim Rentenstart die reguläre Altersgrenze von rund 66 Jahren erreicht, die Mehrheit – mehr als eine halbe Million – ist also früher ausgeschieden. Einige konnten die vorgezogene Rente für besonders langjährig Versicherte (die sogenannte "Rente mit 63", die heute aber eher bei fast 65 Jahren liegt) nach 45 Beitragsjahren nutzen, andere haben hohe Abschläge in Kauf genommen und die Frührente gewählt. Wer beides nicht kann oder will, sucht oft nach anderen Wegen, die letzten Jahre bis zum Ruhestand zu überbrücken. Da gibt es jene, die ein Sozialpaket des Arbeitgebers nutzen, mit dem Ältere abgefunden werden und eine so hohe Abfindung bekommen, dass sich das Ausscheiden wenige Jahre vor der Rente lohnt. Andere wechseln in Altersteilzeit, um sanft in den Ruhestand zu gleiten – oft verbunden mit finanziellen Einbußen, aber nicht immer. Und dann gibt es jene, die Sparrunden mit Stellenabbau bei ihrem Arbeitgeber als persönliche Exitstrategie nutzen: Werden Beschäftigte gekündigt, haben sie Anspruch auf Arbeitslosengeld. Jenseits der 60 wird das Arbeitslosengeld I sogar 24 Monate gezahlt. Das, plus eine hohe Abfindung, mit der man vielleicht auch noch fehlende gesetzliche Rentenpunkte kaufen kann, sichert manchem ebenfalls eine abschlagsfreie, vorgezogene Rente für besonders langjährige Versicherte. Wir möchten besser verstehen, welche Wege Menschen tatsächlich nutzen, um früher aus dem Arbeitsleben auszusteigen – und welche Reaktionen sie darauf erleben: Warum haben Sie selbst versucht – oder versuchen Sie gerade –, früher in Rente zu gehen? Welche Strategien oder Umwege haben Sie genutzt, um früher mit dem Arbeiten aufzuhören oder die Zeit bis zur Rente zu überbrücken? Gab es dabei Zweifel oder Kritik? Wurden Sie von anderen Menschen dafür kritisiert? Wie blicken Sie auf die politische Forderung, auch nach dem Renteneintrittsalter weiterzuarbeiten? Kann die Arbeitslosigkeit ein Baustein zum Übergang in die Rente sein oder ist es ungerecht, die Sozialversicherung dafür zu nutzen? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen über das Formular oder per Mail an community-redaktion@zeit.de . Ausgewählte Beiträge wollen wir auf zeit.de veröffentlichen, auf Wunsch auch anonymisiert. Unsere Leserschaft bereichert unseren Journalismus. Hier finden Sie alle Stimmen-Texte .