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10.03.2026
18:52 Uhr
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Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit ruft zu Streiks bei der Lufthansa am Donnerstag und Freitag auf. Nahost-Flüge sollen wegen des Irankriegs davon ausgenommen bleiben.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat einen zweitägigen Streik bei der Lufthansa angekündigt. Er werde am Donnerstag um 00.01 Uhr beginnen und am Freitag um 23.59 Uhr enden und solle für Passagier- und Frachtflüge bei der größten deutschen Airline gelten, teilte VC mit. Am Streik beteiligt sind neben der Lufthansa-Kerngesellschaft die Frachttochter Lufthansa Cargo und erstmals auch die Regionalgesellschaft Lufthansa Cityline . Wegen des Irankriegs würden Flüge in den arabischen Raum vom Streik ausgenommen, auch Flüge aus der Region nach Deutschland sollen nicht abgesagt werden. Die VC hatte in der vergangenen Woche wegen der angespannten Situation im Luftverkehr von Streikmaßnahmen bei Verbindungen in diese Region abgesehen. Ausdrücklich von der Arbeitsniederlegung ausgenommen sind: Ägypten, Aserbaidschan, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Streit um betriebliche Altersvorsorge In den drei bestreikten Flugbetrieben hatten sich die Piloten in Urabstimmungen für den Streik entschieden. Am kommenden Montag soll auch bei der Lufthansa-Tochter Eurowings eine entsprechende Abstimmung enden. An der Arbeitsniederlegung am Donnerstag und Freitag werden sich die Eurowings-Beschäftigten daher nicht beteiligen. Hintergrund des Streiks ist der Streit um die betriebliche Altersvorsorge bei der Lufthansa, bei der Tochter Cityline der Streit um einen neuen Vergütungstarif. Nach Angaben des VC-Präsidenten Andreas Pinheiro liegt von der Fluggesellschaft kein Angebot vor. Die Gegenseite würde zwar Gesprächsbereitschaft signalisieren, "aber nicht über substanzielle Verbesserungen der betrieblichen Altersversorgung sprechen". Der Arbeitgeber habe "sieben Verhandlungsrunden, lange Bedenkzeiten und sogar ein vermittelndes Angebot" verstreichen lassen, sagte Arne Karstens, Sprecher der Tarifkommission. "Jetzt reden wir erst weiter, wenn ein verhandlungsfähiges Angebot vorliegt." Zuletzt hatten die VC und die Kabinengewerkschaft Ufo am 12. Februar die Arbeit für einen Tag niedergelegt . Mehr als 800 Flüge fielen dadurch aus, etwa 100.000 Passagiere waren betroffen. Lufthansa schlägt Gespräche vor Die Lufthansa hatte nach dem Streik bei der Kerngesellschaft kostenneutrale Reformen des Betriebsrentensystems vorgeschlagen, um danach im Beisein eines externen Moderators über die grundsätzliche Organisation des Flugbetriebs und damit verbundene Karrierechancen zu sprechen. Daran hängen auch die Karrierechancen der einzelnen Piloten. Diese würden die Beschäftigten weit mehr interessieren als das ohnehin auskömmliche Betriebsrentensystem, gab Vorstandschef Carsten Spohr an. Die VC hatte zunächst ablehnend auf den neuen Vorstoß des Managements reagiert. Sie kritisiert seit Langem die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben wie City Airlines und Discover die Arbeitsbedingungen bei den älteren Konzerngesellschaften unter Druck zu setzen. Aus rechtlichen Gründen konzentrieren sich die Verhandlungen allerdings allein auf Forderungen, die mit Tarifverträgen geregelt werden können.