Zeit 08.10.2026
08:26 Uhr

Texas: Erste Hinrichtung mit Giftspritze seit gescheiterter Exekution in USA


Nach der gescheiterten Hinrichtung in den USA setzen die Behörden weiter auf das Gift Pentobarbital. Damit wurde in Texas ein weiteres Todesurteil vollstreckt.

Texas: Erste Hinrichtung mit Giftspritze seit gescheiterter Exekution in USA
Eine Woche nach der gescheiterten Hinrichtung einer Frau haben Behörden im US-Bundesstaat Texas ein Todesurteil mit der gleichen Substanz vollstreckt. Dem wegen Mordes zu Tode verurteilten Mann wurde wie Christa Pike zuvor Pentobarbital in die Venen gespritzt, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Er wurde im texanischen Staatsgefängnis in Huntsville um 20.03 Uhr für tot erklärt. Der Mann war wegen eines tödlichen Raubüberfalls zum Tode verurteilt worden. Bei dem Überfall hatte der damals 20-Jährige im Jahr 2000 eine Ladenangestellte erschossen und 114 US-Dollar aus der Kasse entwendet. Seine Anwälte hatten erfolglos versucht, die Exekution auf verschiedenen Wegen zu stoppen. US-Medien zufolge drängten sie unter anderem auf einen Aufschub der Hinrichtung, um zu warten, bis weitere Informationen über das Mittel bereitstehen. Wie unter anderem die US-Zeitung New York Times berichtete, soll sich der 46-Jährige in seiner letzten Stellungnahme vor der Hinrichtung an die Familie der getöteten Frau gewandt und um Vergebung gebeten haben. Sie hatten die Vollstreckung des Urteils durch ein Fenster von der Hinrichtungskammer beobachtet. Pike überlebte tödliche Injektion Die gescheiterte Hinrichtung der wegen Mordes verurteilten Pike hatte die seit Jahren geführte Debatte über die Todesstrafe in den USA neu entfacht. Laut New York Times gilt sie als die erste Person, die die Verabreichung einer tödlichen Injektion überlebt hat. Pike sollte als erste Frau seit über 200 Jahren in Tennessee hingerichtet werden. Der Frau waren am vergangenen Mittwoch zwei Dosen des Mittels Pentobarbital zu ihrer Hinrichtung verabreicht worden. Die 50-Jährige überlebte beide Injektionen und wurde in ein umliegendes Krankenhaus zur Behandlung gebracht, wo sie künstlich beatmet wurde. Inzwischen ist sie laut ihren Anwälten wieder bei Bewusstsein . Die 50-Jährige erlitt nach Angaben ihrer Anwälte Verbrennungen an den Armen. Die Giftspritze soll demnach falsch verabreicht worden sein: Es habe eine Stunde gedauert, den intravenösen Zugang zu legen, eine Nadel sei dabei stark verbogen worden. Mutmaßlich ist das Gift teilweise statt in eine Vene in das umliegende Gewebe gelangt. Im Bundesstaat Texas wurden in diesem Jahr vor der Exekution des 46-Jährigen bereits sechs Menschen hingerichtet. Für November sind zwei weitere Exekutionen angesetzt.