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08.08.2026
10:44 Uhr
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Auf TikTok und Facebook hätten sich Falschinformationen zur Situation in Ceuta verbreitet, sagt Henna Virkkunen. Die Unternehmen hätten stärker dagegen vorgehen müssen.

EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen hat Techunternehmen wie Meta und TikTok eine Mitschuld an der jüngsten Fluchtbewegung in die spanische Exklave Ceuta gegeben. Die Finnin deutete nach einem Treffen mit Vertretern der beiden Firmen an, diese hätten nicht genug gegen Falschinformationen getan, die auf ihren Plattformen zirkulieren. Sie forderte die Unternehmen zu einem entschiedeneren Vorgehen gegen Falschinformationen auf. »Die Plattformen müssen entschlossen handeln, um die Integrität des digitalen Raums zu wahren, insbesondere in Krisensituationen«, sagte Virkkunen. Die Überwachung und die Zusammenarbeit mit Faktenprüfern müssten verstärkt werden. Vergangene Woche hatten Zehntausende Menschen von Marokko aus die Grenze zu der kleinen Stadt Ceuta in Nordafrika überwunden und damit einen politischen Streit über den Schutz der EU-Außengrenzen ausgelöst. Eine wichtige Rolle spielten dabei offenbar auch soziale Netzwerke. Zahlreiche Migranten berichteten, Videos und Nachrichten auf TikTok sowie den zu Meta gehörenden Plattformen WhatsApp, Instagram und Facebook hätten den Eindruck vermittelt, die sonst streng gesicherte Grenze sei plötzlich offen. Schnell habe sich zudem die Hoffnung verbreitet, in Ceuta würden Unterkünfte bereitstehen und eine Weiterreise auf das spanische Festland sei möglich. EU will Frühwarnsystem entwickeln Zahlen der spanischen Regierung zufolge hatten in der vergangenen Woche rund 72.000 Menschen die von Marokko und dem Mittelmeer umgebene spanische Exklave Ceuta teils schwimmend erreicht, mindestens 80 Menschen starben bei dem Versuch. Die marokkanischen Behörden sprachen von elf Toten auf ihrem Gebiet, Menschenrechtsgruppen gehen von insgesamt mehr als 140 Toten aus. Um auf vergleichbare Entwicklungen besser vorbereitet zu sein, will die EU beliebte soziale Netzwerke künftig aufmerksamer beobachten. Nach einer Sondersitzung der Mitgliedstaaten hieß es diese Woche, um das gemeinsame Lagebild zu verbessern, könnten Frühwarnsysteme weiterentwickelt werden, etwa durch die Überwachung sozialer Medien .