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03.06.2026
02:30 Uhr
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Die Versorgung mit Medizingütern ist in La Paz nach wochenlangen Blockaden kritisch. Inmitten der Proteste tritt Boliviens Verteidigungsminister zurück.

Die Regionalregierung des bolivianischen Departements La Paz hat einen Gesundheits- und humanitären Notstand verhängt. Hintergrund sind die seit Wochen anhaltenden Straßenblockaden, durch die zunehmend Engpässe entstehen . Ziel sei es, die Versorgung von Krankenhäusern mit medizinischem Sauerstoff, Medikamenten, Lebensmitteln und anderen lebenswichtigen Gütern sicherzustellen, hieß es in einer Verwaltungsresolution, aus der die Zeitung La Razón zitierte. Die Maßnahme gilt zunächst für 90 Tage. Auch die Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH warnte vor den humanitären Folgen der Krise. Die Organisation verwies auf Engpässe bei Treibstoff, Lebensmitteln, Medikamenten und Sauerstoff sowie auf mindestens sieben Todesfälle im Zusammenhang mit den Protesten. Vier Menschen seien gestorben, weil sie nicht rechtzeitig medizinisch versorgt werden konnten, berichtete die Kommission unter Berufung auf die bolivianische Ombudsstelle für Menschenrechte. »Angesichts der schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Menschenrechte und der erheblichen humanitären Auswirkungen infolge der Proteste und Straßenblockaden wird der Staat und werden alle beteiligten gesellschaftlichen Sektoren aufgerufen, dem Dialog Vorrang einzuräumen«, teilte die CIDH mit. Marcelo Salinas tritt zurück Verteidigungsminister Marcelo Salinas trat zurück. Zunächst hatten lokale Medien darüber berichtet . Eine Quelle im Verteidigungsministerium bestätigte dies der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Grund für den Rücktritt wurde zunächst öffentlich nicht genannt. Als Verteidigungsminister war Salinas für die Armee sowie für Sicherheits- und Verteidigungsfragen zuständig. Soziale und wirtschaftliche Unzufriedenheit Seit Anfang Mai blockieren Gewerkschaften, Bauern, Bergarbeiter und Anhänger des früheren linken Präsidenten Evo Morales wichtige Verkehrswege in Bolivien . Die Proteste richten sich gegen die schwierige Wirtschaftslage, steigende Lebenshaltungskosten und Reformvorhaben der konservativen Regierung von Präsident Rodrigo Paz. Dessen Wahlsieg hatte Ende 2025 eine fast zwei Jahrzehnte währende Ära linker Regierungen beendet. Beobachter sehen die Ursachen der aktuellen Krise jedoch in einer breiteren sozialen und wirtschaftlichen Unzufriedenheit. Morales gilt zwar als wichtiger Unterstützer der Protestbewegung, wird von Analysten aber eher als politischer Nutznießer denn als eigentlicher Auslöser der Krise gesehen.