|
28.05.2026
18:40 Uhr
|
Nach der Attacke an einem Bahnhof sprechen die Schweizer Behörden von einem »Terrorakt«. Ein Mann hatte drei Menschen verletzt. Er war der Polizei bekannt.

Bei dem Messerangriff im schweizerischen Winterthur handelt es sich nach Einschätzung der Behörden um eine terroristische Tat. Mario Fehr, Sicherheitsdirektor des Kantons Zürich, stufte die Tat als »Terrorakt« ein. Das Motiv sei im Bereich der Radikalisierung und des Extremismus zu suchen, sagte Marius Weyermann von der Kantonspolizei Zürich. Am Donnerstagmorgen hatte ein Mann am Bahnhof in Winterthur nach Angaben der Polizei drei Menschen mit einem Messer verletzt, einen von ihnen schwer. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht. Mehrere Schweizer Medien berichteten, der mutmaßliche Angreifer habe bei der Tat » Allahu Akbar « (Gott ist groß) gerufen. Er wurde laut Polizei festgenommen. Es handele sich um einen 31-Jährigen mit schweizerisch-türkischer Doppelstaatsbürgerschaft. Verdächtiger war kürzlich in der Psychiatrie Noch vor wenigen Tagen war der Verdächtige den Angaben nach in der Psychiatrie. »Es ist ein Mensch, der ganz offensichtlich eine Verwirrung hat, die dschihadistisch motiviert ist«, sagte Sicherheitsdirektor Fehr. Laut dem Sprecher der Kantonspolizei Zürich meldete sich der Mann am Montag bei der Stadtpolizei Winterthur und machte dabei »wirre Aussagen«. Dabei habe er aber keine Gewaltdrohungen ausgestoßen. Die Polizei sei dennoch ausgerückt und habe ihn in die psychiatrische Einrichtung gebracht, die er aber am nächsten Tag wieder verlassen habe. Er sei zunächst gesucht worden, ein Arzt habe jedoch bescheinigt, dass der Mann keine Gefahr für sich und andere darstelle. Nach Angaben des Sprechers war der mutmaßliche Täter bereits in der Vergangenheit aufgefallen. 2015 wurde er demnach wegen eines Verstoßes gegen das IS-Verbot von der Polizei angezeigt. Er hatte unter anderem Propaganda verbreitet. 2018 wurde er von der Stadtpolizei Winterthur wegen einer Schlägerei angezeigt. Im August 2024 verließ er nach Angaben des Polizeisprechers die Schweiz und ging in die Türkei, erst im Mai 2026 kam er wieder zurück. Der Züricher Sicherheitsdirektor geht davon aus, dass sich der Mann in der Türkei radikalisiert hat. »Wir wollen, dass solche Leute das Land verlassen«, sagte Fehr. Die Aberkennung der Staatsbürgerschaft sei möglich.