Zeit 28.09.2026
19:03 Uhr

Rassemblement National: RN-Chef Bardella soll sich vor Jahren antisemitisch geäußert haben


Ein französisches Investigativmedium berichtet über antisemitische Textnachrichten, die Jordan Bardella verfasst haben soll. Dieser weist die Vorwürfe zurück.

Rassemblement National: RN-Chef Bardella soll sich vor Jahren antisemitisch geäußert haben
Der französische Rechtsaußenpolitiker Jordan Bardella sieht sich Antisemitismusvorwürfen ausgesetzt. Das französische Investigativmedium Mediapart berichtet von Textnachrichten, in denen sich der heutige Vorsitzende der Partei Rassemblement National vor Jahren antisemitisch geäußert haben soll. Die Nachrichten stammen dem Bericht zufolge aus den Jahren 2013 bis 2015. Das Medium habe diese unabhängig authentifizieren können, heißt es. Darin soll Bardella unter anderem geschrieben haben, »der Jude« wolle »die anderen Völker beherrschen« und »auslöschen«. Juden wollten außerdem »eine neue Weltordnung, dominiert von Israel und natürlich mit Jerusalem als Hauptstadt«. Alle Banken seien »im Besitz von Juden«. Bardella ist 31 Jahre alt, 2013 wurde er 18 Jahre alt. Bardella bestreitet die Vorwürfe. In einem Post auf X schrieb er, dass es sich »offensichtlich um grobe Fälschungen« handle. Er warf Teilen der »militant eingestellten Presse« vor, »Schmutzkampagnen zu inszenieren, um die Präsidentschaftskampagne zu destabilisieren«. Er habe seinen Anwalt beauftragt, die notwendigen Schritte gegen das Medium einzuleiten. Marine Le Pen verteidigt Bardella Der erste Wahlgang der Präsidentschaftswahl in Frankreich findet im April 2027 statt. Bardellas Parteikollegin Marine Le Pen tritt für den RN an , trotz einer Verurteilung wegen Veruntreuung von EU-Geldern. Sie hat gegen das Urteil Revision eingelegt , über die noch vor der Wahl entschieden werden soll. In den Umfragen führt Le Pen derzeit. Le Pen nahm Bardella in Schutz. »Das kommt mir so verrückt vor, dass es nur eine Fälschung sein kann«, sagte sie. Sie müsse nicht einmal mit Bardella sprechen, der Vorwurf sei »Irrsinn«. Sie gehe davon aus, dass es wegen des Berichts eine Verleumdungsklage geben werde. Der 2025 verstorbene Front-National-Gründer Jean-Marie Le Pen hatte immer wieder mit antisemitischen Äußerungen für Aufregung gesorgt. Seine Tochter Marine Le Pen unternahm große Anstrengungen, sich von diesem Erbe zu distanzieren und die Partei damit für breite Bevölkerungsschichten wählbar zu machen.