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11.03.2026
16:57 Uhr
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Nach ergebnislosen Tarifverhandlungen steht Lufthansa erneut ein Pilotenstreik bevor. Die Fluggesellschaft will trotzdem rund die Hälfte der geplanten Flüge anbieten.

Die Lufthansa will trotz des angekündigten Pilotenstreiks am Donnerstag und Freitag mindestens die Hälfte der geplanten Flüge durchführen. 60 Prozent der Langstreckenflüge sollen starten, teilte die deutsche Fluggesellschaft mit. Um dieses Ziel zu erreichen, wolle man größere Flugzeuge einsetzen und nicht bestreikte Konzernairlines fliegen lassen. Es sollen zudem freiwillig arbeitende Piloten und Crews eingesetzt werden. Der Lufthansa-Personalvorstand, Michael Niggemann, hatte zuvor die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kritisiert. "Diese Eskalation ist in keiner Weise nachvollziehbar", sagte er. Dies gelte vor allem in einer Zeit, in der der Krieg mit dem Iran für ein neues Ausmaß geopolitischer Unsicherheit sorge. Die Gewerkschaft teilte jedoch mit, dass die Flüge im Nahen Osten vom Streik ausgenommen seien. Dies betreffe etwa eine Verbindung in die saudi-arabische Hauptstadt Riad . Pilotenstreik fällt kleiner aus Zuvor hatte die Gewerkschaft VC mitgeteilt, dass der Streik diesmal kleiner ausfallen werde als bei der ersten Welle vor einem Monat. Rund 300 Flüge pro Tag würden voraussichtlich ausfallen, sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro in einer Videobotschaft an die Beschäftigten. Die Kabinengewerkschaft UFO beteilige sich dieses Mal nicht. Bereits Mitte Februar hatte die Pilotenvertretung zeitgleich mit UFO einen Tag lang gestreikt. Damals fielen rund 800 Flüge aus, fast 100.000 Passagiere waren betroffen. Die Gewerkschaft hatte die mehr als 5.000 Piloten der Flugbetriebe Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline zu einem 48-Stunden-Streik aufgerufen. Bei der Regionaltochter Cityline gehe es um eine Anhebung der Gehälter, bei den Tarifpartnern der Cargo und der Kerngesellschaft um höhere Betriebsrenten, teilte die VC mit. Für die Erhöhung der Betriebsrenten fehlten der Lufthansa-Kerngesellschaft jedoch die Mittel, sagte Personalchef Niggemann. Nicht bestreikt werden die Flugbetriebe Discover Airlines und Lufthansa City Airlines sowie die Tochter Eurowings und sämtliche ausländischen Gesellschaften der Gruppe wie Austrian, Air Dolomiti oder Swiss.