Zeit 30.05.2026
07:58 Uhr

Pete Hegseth: US-Verteidigungsminister warnt vor Hegemonie Chinas


Pete Hegseth hat bei einer Sicherheitskonferenz in Singapur vor einer möglichen Vorherrschaft Chinas im Indopazifik gewarnt. Kritik übte er an europäischen Verbündeten.

Pete Hegseth: US-Verteidigungsminister warnt vor Hegemonie Chinas
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat vor einer möglichen Vorherrschaft Chinas im Indopazifik gewarnt. Die USA wollten verhindern, dass ein einzelner Staat die Region dominiere und das bestehende Machtgleichgewicht zerstöre, sagte Hegseth während des Shangri-La-Dialogs, einer großen Sicherheitskonferenz in Singapur. Ziel der USA sei eine Ordnung, in der »kein Staat, einschließlich China, seine Hegemonie durchsetzen kann«. Zugleich schlug der Minister versöhnliche Töne gegenüber China an. Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik seien »besser als seit vielen Jahren«. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump strebe »stabilen Frieden, fairen Handel und respektvolle Beziehungen« mit China an. Hegseth vermeidet Streitthema Taiwan Die Gespräche zwischen Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping vor zwei Wochen hätten die Grundlage für eine »konstruktive Beziehung strategischer Stabilität« gestärkt. Das Streitthema Taiwan , das die Führung in Peking immer wieder als »rote Linie« in den US-China-Beziehungen bezeichnet, sprach Hegseth nicht an. Kurz vor dem Forum hatte die Londoner Denkfabrik IISS, die den Shangri-La-Dialog ausrichtet, Folgen eines Taiwankonflikts skizziert. Angesichts der strategischen Bedeutung Taiwans für die Regierung in Peking würde ein Konflikt mit China für die USA die Gefahr einer Eskalation bergen, möglicherweise bis hin zu einem nuklearen Konflikt, schrieben die Experten. »Selbst ein begrenzter nuklearer Schlagabtausch wäre für die Region katastrophal«, hieß es. Chinas Verteidigungsministerium nannte den Bericht realitätsfern. USA sind »mehr als fähig«, den Iran-Krieg wieder aufzunehmen Zum Konflikt im Iran sagte Hegseth, die USA seien »mehr als fähig«, den Krieg wieder aufzunehmen. »Unsere Bestände sind dafür mehr als ausreichend sowohl vor Ort als auch weltweit«, sagte der Pentagon-Chef in Singapur. »Wenn es notwendig ist, können wir wieder starten.« Ihre gute Situation verdankten die US-Streitkräfte »der Art und Weise, wie wir besondere und massenhaft verfügbare Munition miteinander ausbalancieren«, lobte Hegseth die USA. Trump hatte zuvor eine angekündigte Entscheidung zum Iranabkommen erneut vertagt . Hegseth kritisiert europäische Verbündete In seiner Rede griff Hegseth auch die europäischen Verbündeten an. Asiatische Partner verfolgten traditionell einen pragmatischen Ansatz in Bündnissen, sagte er. »Wenn unsere Interessen auseinandergehen, passen wir uns pragmatisch an – ohne Drama oder Moralisieren. Ich denke, Westeuropa könnte sich daran ein Beispiel nehmen.« Hegseth bekräftigte Trumps Forderung nach einer gerechteren Lastenteilung unter Verbündeten. »Die Ära, in der die Vereinigten Staaten die Verteidigung wohlhabender Nationen subventionieren, ist vorbei«, sagte er. Die USA bräuchten »Partner, keine Protektorate«. Europa habe Forderungen nach höheren Verteidigungsausgaben lange ignoriert. »Weniger Shangri-La, mehr Schiffe, mehr U-Boote.« Zugleich drängte Hegseth die Verbündeten in Asien zu höheren Verteidigungsausgaben. »Wir brauchen nicht mehr Konferenzen, wir brauchen mehr Kampfkraft«, sagte er. Mit Blick auf das Forum in Singapur fügte er hinzu: »Weniger Shangri-La, mehr Schiffe, mehr U-Boote.« und drängte die Verbündeten in Asien ebenfalls zu höheren Verteidigungsausgaben. Bei dem Treffen in Singapur diskutieren jedes Jahr Hunderte Minister, Militärs und Experten aus aller Welt über die aktuellen Krisenherde und Bedrohungslagen. China hat in diesem Jahr statt des Verteidigungsministers nur Experten des Militärs entsandt.