Zeit 09.03.2026
11:11 Uhr

Paralympics: Warwara Worontschichina holt erstes Gold für Russland seit 2014


Erstmals seit 2014 wird bei einem großen Sportereignis nicht nur die russische Fahne gehisst, sondern auch die Hymne gespielt. Warwara Worontschichina holt Gold.

Paralympics: Warwara Worontschichina holt erstes Gold für Russland seit 2014
Warwara Worontschichina hat als erste Sportlerin aus Russland bei den Winter-Paralympics in Italien eine Goldmedaille gewonnen. Die 23-Jährige siegte zwei Tage nach ihrem dritten Rang in der Abfahrt in Cortina d'Ampezzo nun im Super-G in der stehenden Klasse. Damit wird bei der Siegerehrung erstmals seit den Paralympics 2014 in Sotschi bei einem sportlichen Großereignis nicht nur die russische Fahne gehisst, sondern auch die Hymne gespielt. Wegen staatlich organisierten Dopings, aber vor allem wegen des seit vier Jahren andauernden Angriffskrieges auf die Ukraine durften zuletzt lediglich einzelne russische Sportler und Sportlerinnen als neutrale Athleten ohne Flaggen, Symbole und Hymne im internationalen Sport antreten. Gleiches galt für Belarus als Unterstützer der Invasion. Anders als bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina im Februar hob das Internationale Paralympische Komitee (IPC) Sanktionen gegen die Dachverbände Russlands und Belarus' auf. Mehrere Länder, unter anderem Gastgeberland Italien, hatten das kritisiert . Hinter Warwara Worontschichina wurde Aurelie Richard aus Frankreich Zweite im Super-G der stehenden Klasse. Auf die Dritte, Ebba Aarsjoe aus Schweden, folgte Andrea Rothfuss als beste Deutsche auf Rang vier. Anna-Maria Rieder belegte den elften Platz. Zahlreiche Länder kritisieren russische Teilnahme Das Internationale Paralympics Komitee (IPC) unter Führung des Brasilianers Andrew Parsons hatte den Bann für russische und belarussische Sportlerinnen und Sportler bereits im vergangenen September aufgehoben. Die Weltverbände für Ski und Snowboard, Biathlon, Curling sowie Para-Eishockey, die Wettbewerbe bei Paralympics austragen, sperrten sich zunächst dagegen. Doch der Internationale Sportgerichtshof (CAS) urteilte nach einem Einspruch Russlands, der pauschale Ausschluss sei nicht rechtens. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hatte die Zulassung von russischen Athletinnen und Athleten mit allen Symbolen kritisiert. Bei der Eröffnungszeremonie der Spiele hatten wegen der Präsenz russischer und belarussischer Sportler nur 28 der 55 Nationen teilgenommen. Dem IPC seien mit Tschechien, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und der Ukraine sieben Komitees bekannt, die aus politischen Gründen fernblieben, hatte ein Sprecher zuvor gesagt.