Zeit 30.09.2026
08:15 Uhr

Organisierte Kriminalität: Mehr als 1.000 Polizisten bei Razzia gegen Hells Angels


In vier Ländern gehen Einsatzkräfte gleichzeitig gegen ein mutmaßliches Geldwäsche-Netzwerk um die Hells-Angels-Rocker vor. Dabei soll es auch Verhaftungen gegeben haben.

Organisierte Kriminalität: Mehr als 1.000 Polizisten bei Razzia gegen Hells Angels
Die Polizei geht in Deutschland und drei weiteren Ländern mit einer Razzia gegen die Rockergruppe Hells Angels vor. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa waren mehr als 1.000 Einsatzkräfte an der Razzia beteiligt, die sich gegen ein mutmaßliches Geldwäsche-Netzwerk um die Hells Angels richtet. Laut der zuständigen Polizei in Duisburg sollen dabei auch mehrere Haftbefehle vollstreckt werden. Eine Polizeisprecherin bestätigte, dass sich der Einsatz gegen eine kriminelle Vereinigung richte, bei der es sich nach dpa-Informationen um die Hells Angels handelt. Ein dpa-Reporter beobachtete einen Einsatz des Sondereinsatzkommandos (SEK) an der Adresse eines einflussreichen Mitglieds der Hells Angels in Duisburg. Bei der länderübergreifenden Razzia sollen rund 140 Objekte durchsucht werden. Der Bild -Zeitung zufolge soll es sich bei den anderen Ländern, in denen Einsätze stattfanden, um die Niederlande, Belgien und Bulgarien handeln. Demnach geht es bei dem Geldwäsche-Verdacht um mutmaßliche Erlöse aus Drogen- und Waffenhandel, Schutzgelderpressungen und Geschäften im Rotlichtmilieu. 2,5 Millionen Euro bei Razzia im April beschlagnahmt Bei den Ermittlungen ist die Staatsanwaltschaft Duisburg federführend. Nach Informationen der dpa ist auch das Landesamt zur Bekämpfung von Finanzkriminalität in Nordrhein-Westfalen involviert. Demnach sollen bei der Razzia auch Vermögenswerte beschlagnahmt worden sein. Dem Bild -Bericht zufolge laufen die Ermittlungen in dem Fall seit mehr als vier Jahren. Ausgangspunkt sei ein Schusswechsel auf dem Hamborner Altmarkt im Mai 2022. Bei der Auseinandersetzung in dem Duisburger Stadtteil mit mehr als 100 Beteiligten waren damals Rocker mit Mitgliedern einer türkisch-libanesischen Großfamilie aneinandergeraten. Zuletzt hatte die Polizei in Nordrhein-Westfalen im April bei einem Großeinsatz gegen die Hells Angels Vermögenswerte im Wert von bis zu 2,5 Millionen Euro sichergestellt. Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) sprach damals ebenfalls unter anderem von Drogenhandel und Schutzgelderpressung, gegen die mit den Ermittlungen vorgegangen werde. Damals ging es um insgesamt 44 Beschuldigte. Die Hells Angels gehören zu den bekanntesten internationalen Rockergruppen, die der sogenannten Rockerkriminalität zugerechnet werden und haben Wurzeln bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA hinein. Auch in Deutschland gehören sie zu den prominentesten Vertretern der Rockerkriminalität und sind sowohl in legalen als auch illegalen Geschäftsbereichen wie Drogenhandel und Prostitution aktiv. Hintergrund vieler weiterer Straftaten sind Konkurrenzkämpfe mit anderen ähnlichen Gruppierungen.