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01.06.2026
04:45 Uhr
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Johann Wadephul und seine britische Amtskollegin sind besorgt über Israels erneute Angriffe im Libanon. Der UN-Sicherheitsrat will eine Dringlichkeitssitzung abhalten.

Außenminister Johann Wadephul hat sich besorgt über das Vorrücken der israelischen Armee im Südlibanon geäußert. Es handle sich zwar um eine Reaktion auf die Angriffe der Hisbollah-Miliz, die aufhören müssten. Eine weitere Eskalation verschärfe jedoch die Lage und sorge für neue Fluchtbewegungen . »Wenn es aber Zivilistinnen und Zivilisten sind, die den Preis einer militärischen Eskalation zahlen und Teile des Libanon dauerhaft unbewohnbar werden, macht das Israels Nachbarschaft langfristig nicht sicherer«, sagte der CDU-Politiker. Israel müsse die Zivilbevölkerung schützen. Gleichzeitig müsse die proiranische Hisbollah ihre Angriffe auf den Norden Israels einstellen, schrieb Wadephul in einer Erklärung, die das Auswärtige Amt veröffentlichte. Alle Konfliktparteien seien »dringend aufgefordert«, die Kampfhandlungen einzustellen und zum vereinbarten Waffenstillstand zurückzukehren. Der Schlüssel zu einer Stabilisierung des Libanon liege in einer Stärkung des libanesischen Staates, sagte Wadephul. Die libanesische Regierung müsse entschieden gegen die Hisbollah vorgehen und Libanon sein Gewaltmonopol auf seinem gesamten Territorium ausüben. In der kommenden Woche sind weitere direkte Gespräche zwischen den Regierungen Libanons und Israels in Washington geplant. Dies sei »der richtige Kanal, um Erfolge zu erzielen«, sagte Wadephul. Britische Außenministerin fordert Ende der israelischen Militäraktionen Auch die britische Außenministerin Yvette Cooper kritisiert Israel für die neuen Angriffe im Libanon. Die Eskalation der Aktivitäten des israelischen Militärs im Libanon habe zum Tod und zur Vertreibung von Zivilisten, zur Zerstörung der Infrastruktur und zur Einschränkung des diplomatischen Handlungsspielraums geführt und müsse beendet werden, teilte sie mit. »Alle Seiten müssen den Waffenstillstand einhalten und in gutem Glauben in Verhandlungen eintreten«, schrieb Cooper auf X und fügte hinzu, dass auch die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel beenden müsse. Einnahme von Beaufort laut Netanjahu »entscheidend« in Offensive gegen Hisbollah Die Einnahme der strategisch wichtigen Burg Beaufort im Libanon durch die israelische Armee ist nach den Worten von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu eine »entscheidende Wendung« im Kampf gegen die proiranische Hisbollah. Netanjahu sprach in einem Video, das am Sonntag veröffentlicht wurde, zudem von einer »dramatischen Etappe« in der israelischen Bodenoffensive gegen die vom Iran unterstützte Miliz. Die Hisbollah griff erneut Städte im Norden Israels an. Bei einem israelischen Angriff auf den Süden des Libanon starben libanesischen Angaben zufolge acht Menschen. 19 Anwohner seien verletzt worden, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Der UN-Sicherheitsrat will nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP am Montag auf Frankreichs Antrag eine Dringlichkeitssitzung abhalten. USA dringen offenbar auf neue Waffenruhe Die USA unternehmen einem Insider aus US-Regierungskreisen zufolge ebenfalls einen neuen Anlauf für eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon. Die Miliz solle alle Angriffe auf Israel einstellen und im Gegenzug müsse Israel auf eine Eskalation in Beirut verzichten, sagte ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. US-Außenminister Marco Rubio spreche über diesen Plan bereits mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Während Aoun versuche, den Vorschlag voranzutreiben, fordert der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri dem Insider zufolge, dass Israel zuerst das Feuer einstellt. Verfolgen Sie weitere Entwicklungen in Nahost in unserem Liveblog .