Zeit 25.05.2026
11:50 Uhr

Libanon: Hisbollah-Chef ruft zum Sturz der Regierung im Libanon auf


Die Regierung im Libanon soll laut Kassim abgelöst werden, weil sie den Libanon im Irankrieg nicht schützt. Forderungen nach einer Entwaffnung der Hisbollah lehnte er ab.

Libanon: Hisbollah-Chef ruft zum Sturz der Regierung im Libanon auf
Hisbollah-Generalsekretär Naim Kassim hat die Menschen im Libanon zum Sturz der Regierung aufgerufen. »Die Menschen haben das Recht, auf die Straße zu gehen und die Regierung zu stürzen«, sagte Kassim in einer im Fernsehen übertragenen Rede: »Wenn diese Regierung nicht in der Lage ist, Souveränität (im Krieg mit Israel) herzustellen, dann sollte sie gehen.« Die Regierung bezeichnete er als »amerikanisch-israelisches Projekt, das die Institutionen des Landes angreift«. Die in den Verhandlungen zwischen der libanesischen Regierung und Israel aufgekommene Forderung nach der Entwaffnung der Terrororganisation erteilte Kassim eine klare Absage. »Wir werden die Waffen so lange in unseren Händen halten, bis der libanesische Staat in der Lage ist, seine Pflicht zu erfüllen zum Schutz und Erhalt des Libanon, seines Volkes und seiner Ressourcen«, sagte Kassim dem Hisbollah-Sender al-Manar zufolge. Die Hisbollah nimmt nicht an den Verhandlungen teil. US-Außenminister Marco Rubio kritisierte Kassim deutlich. Die Hisbollah versuche aktiv, den Libanon »zurück ins Chaos und in die Zerstörung« zu ziehen, teilte er mit. Man werde den Gewaltdrohungen der Hisbollah keinen Raum geben. »Die Ära, in der eine Terrorgruppe eine ganze Nation als Geisel hielt, neigt sich dem Ende«, sagte Rubio. Libanons Präsident Aoun fordert Rückzug Israels aus dem Libanon Nach der Rede Kassims bezeichnete der libanesische Präsident Joseph Aoun den Rückzug von Israel von libanesischem Staatsgebiet als »nicht verhandelbar«. »Die israelischen Angriffe haben nicht aufgehört und unsere Dörfer im Süden leiden noch immer unter der erneuten Besatzung«, sagte Aoun. Der Libanon werde diese Realität nicht akzeptieren. »Der Weg zu einem vollständigen israelischen Rückzug bleibt eine unumstößliche und beständige nationale Forderung, an deren Verwirklichung der libanesische Staat durch Verhandlungen arbeitet.« Der Libanon war wegen der Attacken der Hisbollah-Miliz auf Israel infolge der Angriffe auf den Iran in den Irankrieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Angriffe der Hisbollah schickte Israel Bodentruppen in den Süden des Libanon und flog Attacken auf Ziele im ganzen Land. Seit Mitte April gilt eigentlich eine Waffenruhe, die Angriffe von Israel und der Hisbollah wurden jedoch weiter fortgesetzt. Weitere direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon unter Vermittlung der USA sind für Anfang Juni angesetzt.