Zeit 05.06.2026
06:10 Uhr

Kuba: USA verhängen Sanktionen gegen kubanischen Präsidenten


Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel, seine Familie sowie Ex-Präsident Raúl Castro werden von den USA sanktioniert. Díaz-Canel bezeichnet die Sanktionen als »Perversion«.

Kuba: USA verhängen Sanktionen gegen kubanischen Präsidenten
Die USA haben Sanktionen gegen Kubas Präsidenten Miguel Díaz-Canel und seine Familienmitglieder verhängt. Laut dem US-Finanzministerium wurde der 66-Jährige auf eine zentrale Sanktionsliste gesetzt, wodurch etwa Vermögenswerte eingefroren werden können und von US-Seite aus keine Geschäftsbeziehungen bestehen dürfen. Auch die Ehefrau von Díaz-Canel, Lis Cuesta Peraza, sowie sein Stiefsohn Manuel Anido Cuesta wurden mit Sanktionen belegt. Von den Maßnahmen betroffen sind ebenfalls ein Sohn, Alejandro Castro, und ein Enkel, Raúl Alejandro Castro, des 95-jährigen Ex-Präsidenten Raúl Castro. Castro spielt hinter den Kulissen immer noch eine Rolle in der kubanischen Politik. Zusätzlich wurden das kubanische Verteidigungsministerium, die Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDR) sowie andere Organisationen sanktioniert. Laut Regierungskritikern fungieren die in nahezu jedem Wohnviertel existierenden CDR als Instrument zur Überwachung Andersdenkender. »Seit Jahrzehnten ist Kuba die Welthauptstadt des radikalen linken Terrorismus«, schrieb US-Außenminister Marco Rubio. Man nehme nun das verantwortliche Netzwerk ins Visier. Trump hatte zuletzt wiederholt eine mögliche »Übernahme« des wirtschaftlich schwer angeschlagenen Karibikstaats ins Spiel gebracht. Mehrfach deutete er an, nach dem Krieg gegen den Iran werde Kuba an der Reihe sein. Mit zahlreichen neuen Sanktionen und einer Blockade von Öllieferungen will er einen wirtschaftlichen und politischen Wandel auf der Insel erzwingen. Díaz-Canel führt den Kurs von Paúl Castro fort Díaz-Canel verurteilte die Sanktionen und sprach von einem Zeichen der »Aggressivität und Perversion« der US-Regierung. Kuba werde sich dem »imperialistischen Feldzug widersetzen«, sagte er. Die Sanktionen hätten das Ziel, dem kubanischen Volk zu schaden. Der kubanische Präsident führt seit 2018 die Regierungsgeschäfte in Havanna. Er gilt als treuer Parteisoldat, der seinen politischen Ziehvater Raúl Castro an der Staatsspitze ablöste. Während der Amtszeit von Díaz-Canel geriet Kuba in eine der schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution 1959 mit Stromausfällen und Versorgungsproblemen. Der 2016 gestorbene Fidel Castro und sein Bruder Raúl waren die Anführer der Revolution, die die Regierung des Diktators Fulgencio Batista stürzte und ein sozialistisches Staatsmodell in Kuba etablierte. Zuletzt hatte die US-Regierung eine Klage gegen Raúl Castro angekündigt. Ihm wird eine Verwicklung in den Abschuss von zwei Flugzeugen einer exilkubanischen Organisation durch Kubas Luftwaffe im Jahr 1996 vorgeworfen, bei dem vier Menschen starben. Seit Jahrzehnten sind die Beziehungen zwischen den Regierungen in Washington und Havanna angespannt. Unter US-Präsident Donald Trump nahmen die Spannungen zuletzt nochmals zu.