Zeit 26.05.2026
18:33 Uhr

Krieg zwischen Israel und Libanon: Israelische Armee startet neue Bodeneinsätze im Libanon


Israel weitet die Bodenoffensive im Libanon aus. Die Truppen greifen auch nördlich der sogenannten gelben Linie an, die eine von Israel kontrollierte Zone begrenzt.

Krieg zwischen Israel und Libanon: Israelische Armee startet neue Bodeneinsätze im Libanon
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben mit einer Bodenoffensive nördlich der sogenannten gelben Linie im Süden des Libanon begonnen. Das Militär »operiert gezielt jenseits der ersten Verteidigungslinie, um direkte Bedrohungen für die Bürger des Staates Israel und die israelischen Soldaten« zu beseitigen, sagte ein Armeevertreter der Nachrichtenagentur AFP. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, schwere israelische Angriffe im Süden deuteten auf eine mögliche Ausweitung der Bodenoffensive in Richtung Norden hin. Seit einem Aufruf der israelischen Armee zur Evakuierung der Stadt Nabatäa habe es mindestens 20 Angriffe gegeben, hieß es. Zuvor hatten israelische Medien über Aktivitäten der Soldaten nördlich der »gelben Linie« berichtet. Damit meint die israelische Armee die Abgrenzung zu einer Art Pufferzone im Süden des Libanon, die rund zehn Kilometer hinter der Grenze liegt. Innerhalb dieser Zone sind israelische Truppen stationiert, eine Rückkehr der von dort geflohenen Bevölkerung ist untersagt. Evakuierungsaufforderungen erfolgten kurz zuvor Ein Sprecher des israelischen Verteidigungsministeriums hatte die Bewohner mehrerer libanesischer Gebiete zuvor dazu aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Avichay Adraee veröffentlichte die Evakuierungsaufforderungen für die Städte Nabatäa, Maschgara und Sohmor auf der Plattform X. Bislang hatte die israelische Armee zumeist Evakuierungsaufforderungen für Gebiete südlich des Litani-Flusses im Libanon herausgegeben. Die Armee will in der Region nach eigenen Angaben eine Pufferzone einrichten, um Siedlungen im Norden Israels vor dem Beschuss der Hisbollah zu schützen. Nabatäa und Maschgara liegen nördlich des Flusses. Der Litani-Fluss ist eine De-facto-Grenze im Libanon, da große Gebiete im Süden trotz der von den USA vermittelten Waffenruhe, die seit mehr als einem Monat gilt, unter israelischer Militärkontrolle stehen. Netanjahu ordnet verstärkte Angriffe im Libanon an Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Montag eine Verstärkung der israelischen Militäroffensive gegen die Hisbollah angeordnet . Als Ziel nannte er, die Miliz zu »zerschlagen«. Zuvor hatten zwei rechtsextreme Minister in Netanjahus Kabinett eine Ausweitung des Militäreinsatzes im Libanon gefordert. Das israelische Militär teilte mit, es habe in der Nacht auf Dienstag mehr als 100 Hisbollah-Stellungen im Südlibanon und in der östlichen Bekaa-Ebene angegriffen. Dabei seien Lager, Kommandozentralen und Beobachtungspunkte attackiert worden, die für Angriffe auf Militär und Einwohner im Norden Israels genutzt würden. Die Hisbollah erklärte unterdessen, sie habe mehrere Raketen-, Artillerie- und Drohnenangriffe auf israelische Truppen und Fahrzeuge gestartet, die sich entlang des Flusses in Richtung der Dörfer Johmor al-Schakif und Sautar al-Scharkie bewegten. Gegenseitige Angriffe trotz Waffenruhe Seit dem 17. April gilt eigentlich eine Feuerpause zwischen Israel und dem Libanon . Israel und die schiitische Hisbollah-Miliz haben ihre gegenseitigen Angriffe aber fortgesetzt. Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, lehnt sowohl die direkten Gespräche zwischen der libanesischen Regierung und Israel als auch die Waffenruhe der beiden Seiten ab. Die Hisbollah hatte sich Anfang März, kurz nach Beginn der israelischen und US-amerikanischen Angriffe auf den Iran , an die Seite ihrer iranischen Schutzmacht gestellt und Israel attackiert. Israel reagierte mit Gegenschlägen und einer Bodenoffensive in den Südlibanon, bei denen nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums Tausende Menschen getötet oder verletzt wurden. Mehr als eine Million Menschen mussten ihre Häuser verlassen.