Zeit 10.08.2026
03:02 Uhr

Jemen: Huthis verstärken Angriffe auf Saudi-Arabiens Waffenlager


Die Huthi-Miliz hat Jemens Hafenstadt Mokka am Roten Meer erneut beschossen, um dort saudische Truppen zu treffen. Durch den Irankrieg spitzt sich der Konflikt zu.

Jemen: Huthis verstärken Angriffe auf Saudi-Arabiens Waffenlager
Die mit dem Iran verbündete schiitische Huthi-Miliz im Jemen weitet ihre Angriffe auf saudi-arabische Ziele aus. Am Sonntagabend feuerten die Huthis zum zweiten Mal innerhalb weniger Stunden auf die Hafenstadt Mokka im Jemen. Der Angriff habe saudi-arabischen Truppen und Waffenlagern in der Stadt gegolten, teilte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari auf Telegram mit . Zuvor hatten die Huthis bereits eine staatliche Ölraffinerie in Saudi-Arabien attackiert. Bei dem jüngsten Angriff auf Mokka hätten die Huthis ballistische Raketen und Drohnen auf ein Wohnviertel geschossen, schrieb die jemenitische Armee auf X . Mindestens sieben Menschen seien getötet und weitere 20 verletzt worden, darunter auch Zivilisten. Mokka liegt nahe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, die für die Schifffahrt den Eingang zum Roten Meer bildet. Saudi-Arabien kämpft gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen seit Jahren gegen die Huthi-Miliz. Im Zuge des Irankriegs hat sich der Konflikt aber wieder zugespitzt. Am Freitag hatte Saudi-Arabien wegen der wachsenden regionalen Instabilität infolge des Irankriegs ein neues Verteidigungsabkommen mit der Türkei und Pakistan unterzeichnet. Die Huthi-Miliz griff daraufhin eine Ölraffinerie des saudischen Konzerns Aramco in Dschasan in Saudi-Arabien an und beschoss saudische Ziele in der jemenitischen Hafenstadt Mokka. Zuvor hatten die Huthis auch mehrere saudi-arabische Schiffe angegriffen oder zu Kurswechseln gezwungen. Angriff auf Anlage des saudischen Ölkonzerns Aramco Der Drohnenangriff auf die saudische Ölraffinerie sei ein »präziser Treffer« gewesen, teilte ein Militärsprecher der Huthis mit. Die Miliz begründete den Angriff mit einer angeblichen Verletzung des Luftraums im Jemen durch saudische Drohnen. Das saudische Energieministerium bestätigte ein Feuer in einer Anlage des Ölkonzerns Aramco. Einsatzkräfte hätten den Brand gelöscht, Verletzte habe es nicht gegeben. Die Huthi-Miliz hatte 2014 die Kontrolle über weite Teile des Jemen übernommen. Infolgedessen begann ein Bürgerkrieg in dem Land. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gab es allerdings weiterhin. Saudi-Arabien unterstützt die staatliche Armee im Jemen gegen die Rebellen. Das Verteidigungsbündnis zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan – den sunnitisch-muslimischen Verbündeten der USA – soll die kollektive Abschreckung gegen jegliche Aggression stärken. Es sieht vor, dass ein bewaffneter Angriff auf eines der drei Länder als Angriff auf alle angesehen wird, ähnlich wie innerhalb der Nato .