Zeit 25.05.2026
11:38 Uhr

Irankrieg: Was über ein mögliches Abkommen zwischen Iran und USA bekannt ist


Die USA und der Iran verhandeln über ein Kriegsende. Stand jetzt könnte zunächst die Straße von Hormus wieder öffnen. Dann sollen Gespräche über ein Atomabkommen folgen.

Irankrieg: Was über ein mögliches Abkommen zwischen Iran und USA bekannt ist
Nach wochenlangen Verhandlungen und gegenseitigen Drohungen zeichnet sich womöglich eine Vereinbarung für ein Kriegsende zwischen den USA und dem Iran ab. US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag gesagt, der Deal sei »weitgehend ausgehandelt«, sprach sich tags darauf jedoch auch gegen eine »übereilte Vereinbarung« aus. Auch ein Sprecher des iranischen Außenministeriums äußerte sich zurückhaltend und sagte, man habe zwar eine Grundsatzvereinbarung erzielt; jedoch könne niemand behaupten, dass ein Abkommen unmittelbar bevorstehe. US-Außenminister Marco Rubio hatte derweil kurz zuvor gesagt, es liege ein »ziemlich solides« auf dem Tisch. Es könne noch im Tagesverlauf zu einem Durchbruch kommen. Was über den Stand der Verhandlungen bekannt ist: Waffenruhe Basis des Abkommens soll eine Verlängerung der Waffenruhe um weitere 60 Tage sein, wie das US-Nachrichtenportal Axios am Samstag unter Berufung auf US-Vertreter berichtete . Innerhalb dieses Rahmens sollen Vereinbarungen umgesetzt und weitere Details ausgehandelt werden. Die in den vergangenen Monaten mobilisierten US-Streitkräfte würden demnach während dieses Zeitraums in der Region verbleiben und sich erst zurückziehen, wenn eine endgültige Einigung erzielt worden ist. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums sagte, dass die mögliche Vereinbarung 14 Punkte umfasse und zunächst darauf abziele, den Krieg zu beenden. Straße von Hormus US-Präsident Trump sagte am Samstag, zu den vielen Elementen der geplanten Vereinbarung gehöre die Öffnung der Straße von Hormus. Auch die New York Times berichtete am Sonntag , die Freigabe der wichtigen Handelspassage sei der zentrale Punkt des Abkommens. Axios berichtete , der Iran wolle sich verpflichten, keine Zölle für die Durchfahrt zu erheben und Minen aus der Meerenge zu entfernen. Dies solle ab Unterzeichnung des Abkommens für die vereinbarten 60 Tage gelten. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums sagte, die geplante Absichtserklärung enthalte keine konkreten Regelungen zur Kontrolle oder Verwaltung der Straße von Hormus. Der Iran werde aber Maßnahmen ergreifen, um eine sichere Durchfahrt durch die Wasserstraße zu gewährleisten – jedoch nur, wenn die USA ihre Seeblockade aufhöben. Die iranische Nachrichtenagentur Fars hatte zuvor berichtet, die Straße von Hormus werde nur unter zwei Bedingungen geöffnet: Zum einen müsse die Kontrolle der Wasserstraße auch nach ihrer Öffnung weiterhin beim Iran liegen. Zum anderen müssten die USA ihre Blockade der iranischen Häfen binnen 30 Tagen beenden. Axios schrieb , die USA würden sich bereit erklären, die Hafenblockaden aufzuheben. Iranisches Atomprogramm Laut dem iranischen Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei ist das hochumstrittene Atomprogramm seines Landes nicht Teil der nun zunächst geplanten Rahmenvereinbarung. Es werde später in »separaten Gesprächen« Thema sein. Laut iranischen Medien soll nach der möglichen Vereinbarung 60 Tage Zeit für die Aushandlung eines neuen Atomdeals sein. Der iranische Außenpolitiker Hossein Nuschabadi sagte laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna, der Iran sei bereit für Gespräche. Voraussetzung sei jedoch, dass die US-Regierung Sanktionen aufgebe, sowie eingefrorene iranische Vermögenswerte im Ausland freigebe. Die New York Times und Axios berichteten dagegen am Wochenende unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, der Iran habe fest zugesagt, seine Bestände an hochangereichertem Uran aufzugeben. Die genaue Umsetzung werde »in einer späteren Verhandlungsrunde über das iranische Atomprogramm« diskutiert. US-Außenminister Marco Rubio sagte, er setze darauf, dass der Iran zu »sehr realen, bedeutenden, zeitlich begrenzten Verhandlungen zu dem Atomthema« bereit sei. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, er und Trump seien sich einig, dass ein abschließendes Abkommen mit dem Iran nur möglich sei, wenn es »die atomare Bedrohung vollständig« beseitige. Sanktionen Der Iran stellt laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim die Bedingung, dass er zumindest auf einen Teil der eingefrorenen Guthaben Zugriff bekommt. Außerdem müsse ein klarer Mechanismus festgelegt werden, »um die weitere Freigabe aller blockierten Guthaben zu garantieren«. Unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise berichtete Tasnim, Differenzen über dieses Thema gehörten zu den »Gründen, warum noch keine endgültige Vereinbarung erzielt« worden sei. Laut Fars müsste die potenzielle Vereinbarung zudem die zeitweise Aufhebung von US-Sanktionen gegen Erdöl, Erdgas und petrochemische Produkte während der weiteren Verhandlungen enthalten. Axios schrieb, ein Entwurf für ein mögliches Abkommen beinhalte die Bereitschaft der USA, innerhalb der 60 Tage über die Sanktionen zu verhandeln. Allerdings würden diese Schritte nur im Rahmen eines endgültigen Abkommens umgesetzt werden, dessen Einhaltung überprüfbar sei. Libanon Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums sagte, dass die Beendigung des Krieges an allen Fronten – einschließlich des Libanon – Teil des möglichen Abkommens sein werde. Tasnim berichtete, es werde eine entsprechende Absichtserklärung veröffentlicht. »Gemäß dieser Abmachung würde von Israel als einem US-Verbündeten auch erwartet, den Krieg im Libanon zu stoppen«, hieß es. Axios schrieb, die mögliche Vereinbarung sehe ein Ende der Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon vor – jedoch nur unter der Prämisse, dass Israel sich im Falle eines erneuten Angriffs der Hisbollah verteidigen dürfe. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag, Trump habe Israels Recht bekräftigt, »sich gegen Bedrohungen an allen Fronten einschließlich des Libanon zu verteidigen«. Rubio bestätigte dies am Montag. Alle aktuellen Entwicklungen lesen Sie im Liveblog.