Zeit 05.06.2026
18:08 Uhr

Internationale Raumstation: ISS-Crew wegen Luftlecks vorrübergehend in Alarmbereitschaft


Wegen eines Luftlecks im russischen Teil der ISS hat sich die Crew in ihre Kapsel zurückziehen müssen. Die Besatzung bereitete sich zeitweise auf eine Evakuierung vor.

Internationale Raumstation: ISS-Crew wegen Luftlecks vorrübergehend in Alarmbereitschaft
Die Nasa hat fünf Astronautinnen und Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS angewiesen, sich wegen eines Luftlecks im russischen Modul auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Das teilte Bethany Stevens, eine Sprecherin der US-Raumfahrtbehörde, auf der Plattform X mit. »Die Risse waren schon immer ein Problem, das die Nasa sehr genau beobachtet«, fügte sie hinzu. Die vier Mitglieder der SpaceX-Crew der Nasa und ein zusätzlicher Astronaut der Nasa sollten demnach am Montag in ihre an der ISS angedockte Crew-Dragon-Kapsel überwechseln und ihre Raumanzüge anlegen. Die Anweisung galt demnach als Vorsichtsmaßnahme für den Fall, dass sich das Leck weiter vergrößere. Teil der SpaceX-Crew sind ein US-Amerikaner, eine US-Amerikanerin, eine Französin und ein Russe. Etwa zwei Stunden später hob die Nasa die Anweisung wieder auf und teilte den Astronauten mit, sie könnten zur Station zurückkehren, während die Nasa und ihre russischen Partner die Geschwindigkeit des Luftverlusts untersuchten. Von Roskosmos hieß es: »Die Sicherheit der Besatzung und der Bordsysteme ist nicht gefährdet, der Druck an Bord der ISS ist stabil und wird auf dem vorgesehenen Niveau gehalten.« Die Kosmonauten hätten zwei potenzielle Lecks gefunden. Eine Stelle sei umgehend durch das Auftragen mit einer ersten Schicht einer Dichtungsmasse abgedichtet worden. Derzeit liefen Vorbereitungsarbeiten für die Abdichtung der zweiten Stelle. Leck war bereits bekannt Hintergrund ist ein seit Monaten bekanntes Luftleck im russischen Swesda-Modul, über dessen Ursache und Behebung die Nasa und die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos bereits länger diskutiert haben. Das Leck galt in den vergangenen Monaten als vergleichsweise gering, vergrößerte sich nach Angaben eines hochrangigen Nasa-Vertreters am Montag jedoch deutlich. Demnach verdoppelte sich der Luftverlust von etwa einem auf zwei Pfund pro Tag. Die Besatzungen der ISS hatten schon mehrfach mit Lecks zu kämpfen – auch am Swesda-Modul. Zudem wurde die Raumstation bereits mehrfach wegen möglicher Kollisionen mit Weltraumschrott geräumt. Auf der ISS arbeiten Russland, die USA, Kanada, Japan und die Europäische Raumfahrtagentur ESA zusammen. Das wissenschaftliche Großprojekt läuft trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine weiter. Die Station fliegt im All in etwa 400 Kilometern Höhe um die Erde. An Bord der ISS leben und forschen seit rund 25 Jahren kontinuierlich Raumfahrer.