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28.05.2026
09:49 Uhr
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Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem will seine Aufklärungsarbeit in München ausbauen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder verspricht Unterstützung.

Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem will ein neues Bildungszentrum in München eröffnen. Einer Mitteilung der Gedenkstätte zufolge soll es in zentraler Lage am Karolinenplatz errichtet werden. »Da wir uns immer weiter von der Ära der Zeitzeugenberichte entfernen, ist eine historisch fundierte Holocaust-Bildung wichtiger denn je«, sagte Dani Dayan, der Vorsitzende von Yad Vashem. »Das geschieht in einer Zeit, in der weltweit verzerrte Darstellungen der Geschichte des Holocausts zunehmen und der Antisemitismus sich weiter ausbreitet.« Die Wahl Münchens als Standort für das Bildungszentrum habe eine tiefe symbolische Bedeutung, sagte Dayan mit Blick auf die Geschichte der Stadt als Geburtsstätte der NSDAP. Es sei wichtig, sich der Geschichte dort zu stellen, wo sie ihren Anfang genommen habe. Weiterhin sei München wegen seiner »strategischen Lage und Bildungslandschaft« ausgewählt worden, heißt es in der Mitteilung von Yad Vashem. Landesweite Bildungskooperationen geplant Demnach ist eine »Erweiterung« des Zentrums mit einer Niederlassung in Leipzig mit interaktiven Lernräumen geplant. Zudem wolle man landesweit mit Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten. Das Zentrum in München solle »als nationale Plattform für ein Publikum in ganz Deutschland und seinen Nachbarländern« dienen. Dafür sei zunächst eine Kooperation mit Nordrhein-Westfalen geplant. Nach Angaben von Yad Vashem und laut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) handelt es sich um die »erste internationale Außenstelle überhaupt«, die Yad Vashem einrichte. »Wir haben uns als Freistaat sehr dafür eingesetzt. Jüdisches Leben gehört fest zu Bayern«, sagte Söder. »›Nie wieder!‹ ist nicht nur ein Satz, sondern jeden Tag aufs Neue ein Auftrag zum Handeln.« »Dazu braucht es Gedenk- und Bildungsstätten wie Yad Vashem, damit niemals vergessen wird, was passiert ist«, teilte Söder weiter mit. Dem neuen Zentrum in München versprach der CSU-Chef Sicherheit. Bayern werde für Yad Vashem »ein gutes Zuhause sein«, schrieb er auf X. »Dafür gebe ich als Ministerpräsident auch persönlich ein Schutzversprechen.« Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach mit Blick auf die geplante kleinere Einrichtung in Leipzig von einer »großen Ehre und zugleich Verpflichtung«. Eröffnung innerhalb von zwei bis drei Jahren geplant Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) sagte, Ziel der Einrichtung sei, den Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland und Europa weiter zu stärken. »Das Wissen über das, was war, ist wichtig, um das Übel der Zukunft zu verhindern«, sagte Prien. »Dabei wissen gerade junge Menschen in Deutschland zu wenig über die Shoah und die systematische Ermordung von Millionen Juden im Nationalsozialismus.« Yad Vashem mit Sitz in Jerusalem ist die größte Holocaust-Gedenkstätte der Welt. Bereits im September 2025 kündigte sie an, eine Außenstelle in Deutschland einrichten zu wollen. Das Zentrum soll seine Arbeit in zwei bis drei Jahren aufnehmen können.