Zeit 30.09.2026
18:56 Uhr

Großbritannien und die EU: EU zeigt sich offen für eine Rückkehr Großbritanniens in die Union


Die Europäische Union gibt Überlegungen des britischen Premiers für einen Wiedereintritt in die EU eine Chance. Großbritannien sei »ein enger und geschätzter Partner«.

Großbritannien und die EU: EU zeigt sich offen für eine Rückkehr Großbritanniens in die Union
Nachdem sich der britische Premierminister Andy Burnham zu einem möglichen Wiedereintritt seines Landes in die EU geäußert hat, gibt sich Brüssel »offen« gegenüber Vorschlägen aus London. »Es ist Sache der britischen Regierung, darzulegen, wie sie die Beziehung zur EU künftig gestalten möchte«, sagte ein Sprecher der EU-Kommission. »Wir bleiben offen für eine Auseinandersetzung mit den Optionen, die sie vorlegen könnte.« Großbritannien sei »ein enger und geschätzter Partner« der EU, sagte der Kommissionssprecher. Burnham hatte zuvor geäußert, dass er sein Land wieder näher an die Europäische Union heranführen möchte. Der Brexit habe »mehr Schaden angerichtet als Nutzen gebracht« , hatte Burnham beim Parteitag der Regierungspartei Labour in Liverpool gesagt. Nun müsse wieder ein höheres Maß an Wachstum und Wohlstand für Großbritannien erreicht werden. Seine Regierung könne »den ganzen Weg gehen« und eine erneute EU-Mitgliedschaft vorschlagen, nachdem sie die Vor- und Nachteile verschiedener möglicher Beziehungen zu Europa abgewogen habe. Der Premier verwies auf das nächste Gipfeltreffen mit der EU noch in diesem Jahr und kündigte an, »verschiedene Optionen« für die künftigen Beziehungen zur EU vorzulegen. In Interviews deutete Burnham dann aber an, dass eine Entscheidung über ein denkbares künftiges Referendum noch weit entfernt sei. Seine Rede auf dem Parteitag habe einen Zehnjahresplan für das Land aufgezeigt. Macron warnt Burnham Burnhams Äußerungen stießen beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron auf gemischte Reaktionen. Er sagte zwar, ein Wiedereintritt Großbritanniens wäre eine »sehr gute Nachricht«. Zugleich wandte er sich aber gegen die Vorstellung, bei einer Neuausrichtung der Beziehungen könne Großbritannien sich die gewünschten Teile einer Mitgliedschaft »aussuchen«. Macron warnte Burnham umgehend, bei einer Mitgliedschaft gebe es keinen Mittelweg. »Man kann sich nicht einzelne Freiheiten der Union aussuchen und nicht einfach nur das nehmen, was einem passt, während man den Rest ablehnt«, sagte Macron. Großbritannien stimmte 2016 für den Austritt aus der Europäischen Union und beendete damit mehr als vier Jahrzehnte EU-Mitgliedschaft. Es folgten Jahre politischer Turbulenzen, in denen aufeinanderfolgende Regierungen mit den wirtschaftlichen und diplomatischen Folgen der Abstimmung kämpften.