Zeit 28.05.2026
20:46 Uhr

Ebola-Ausbruch : USA erhöhen Ebola-Hilfe – Hilfslieferungen in DR Kongo eingetroffen


Die USA wollen ihre Ebola-Hilfen erhöhen. Die Gesundheitsbehörde Africa CDC kritisiert, Partner hätten Finanzierungszusagen zurückgezogen. Der WHO-Chef ist in Kinshasa.

Ebola-Ausbruch : USA erhöhen Ebola-Hilfe – Hilfslieferungen in DR Kongo eingetroffen
Im Kampf gegen den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda haben die USA angekündigt, ihre Hilfszahlungen aufzustocken. Nach Angaben des US-Außenministeriums sollen sie um 80 Millionen US-Dollar auf insgesamt 112 Millionen (gut 96 Millionen Euro) steigen. Das zusätzliche Geld soll demnach unter anderem für Schutzausrüstung, Ebola-Testkits, Unterstützung bei Gesundheitskontrollen an Flughäfen sowie für die Nachverfolgung von Kontaktpersonen verwendet werden. Der Generaldirektor der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC, Jean Kaseya, sagte, seine Organisation sei noch zu Beginn der Woche von Finanzierungszusagen von fast 500 Millionen US-Dollar ausgegangen. Bis Donnerstag sei die Summe jedoch auf 290 Millionen Dollar gesunken; Partner hätten ihre Zusagen zurückgezogen oder reduziert, sagte er. Unterdessen haben mehrere Hilfslieferungen das Zentrum des Ebola-Ausbruchs im Osten der DR Kongo erreicht. In der Stadt Bunia kamen unter anderem Schutzmasken, Handschuhe, Stiefel und Medikamente aus der Europäischen Union an. In den kommenden Tagen würden weitere Lieferungen erwartet, sagte der örtliche Unicef-Nothilfebeauftragte, Jérôme Kouachi. WHO gegen Reiseverbote WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hat sich bei seiner Ankunft in der Demokratischen Republik Kongo zuversichtlich im Kampf gegen das Virus gezeigt. Der Ausbruch könne »gestoppt werden«, sagte Tedros nach seiner Landung in der Hauptstadt Kinshasa vor Journalisten. Die WHO unterstütze zudem keine Reiseverbote zur Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs, da diese »nicht viel bringen«, sagte er. Die USA hatten wegen des Ebola-Ausbruchs Einreisebeschränkungen gegen Menschen aus den betroffenen Ländern verhängt. WHO-Chef ruft zu Waffenstillstand auf Tedros soll am Freitag weiter in die nordöstliche Provinz Ituri weiterreisen, wo sich der Herd des Ebola-Ausbruchs befindet. Die an Uganda grenzende Region ist Schauplatz bewaffneter Konflikte. Die schwierige Sicherheitslage im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist nach Angaben des WHO-Chefs die größte Herausforderung im Kampf gegen Ebola. Allein im vergangenen Monat hätten Kämpfe rund 100.000 Menschen vertrieben. »Das macht es sehr schwierig, den Ausbruch einzudämmen«, sagte Tedros in einer Übertragung, die auf der Plattform X geteilt wurde. Zuvor hatte er zu einem Waffenstillstand aufgerufen. Weder Behandlung noch Impstoff gegen Bundibugyo-Virus In der DR Kongo wurden seit dem 15. Mai mehr als 1.000 Ebola-Verdachtsfälle und mindestens 220 Todesfälle bestätigt. Auch das benachbarte Uganda ist betroffen. Dort wurden sieben Erkrankungen und ein Todesfall bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht allerdings davon aus, dass sich das sogenannte Bundibugyo-Virus deutlich stärker ausgebreitet hat als bislang bekannt. Für die Virusvariante gibt es weder eine zugelassene Behandlung noch einen Impfstoff.