Zeit 19.03.2026
11:25 Uhr

Deutsche Krankenhäuser: Krankenhausgesellschaft drängt auf weitere Milliarden


Rund ein Drittel der Krankenhäuser in Deutschland ist laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft von Insolvenz bedroht. Sie fordert eine Verlängerung finanzieller Hilfe.

Deutsche Krankenhäuser: Krankenhausgesellschaft drängt auf weitere Milliarden
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Deutsche Landkreistag haben eine Verlängerung der Finanzhilfen für Kliniken in Deutschland gefordert. "Die Lage ist ernst", sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß der Düsseldorfer Rheinischen Post . "Aktuell schreiben 80 Prozent der Kliniken rote Zahlen", fügte er an. Rund ein Drittel der Häuser ist demnach von Insolvenz bedroht, 16 Prozent stark insolvenzgefährdet, weitere 21 Prozent gefährdet. "Freigemeinnützige Häuser machen ein Drittel der Träger aus, aber zwei Drittel der Insolvenzen", sagte Gaß. Der DKG-Vorsitzende forderte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) dazu auf, die Finanzhilfen für die Kliniken zu verlängern. Im November solle die staatliche Ausgleichszahlung wegfallen, die der Bund den Krankenhäusern zur Stabilisierung der finanziellen Lage seit November 2025 gewährt. "Wir appellieren an Bundesgesundheitsministerin Warken, diese Hilfe zu verlängern", sagte Gaß. Dabei gehe es konkret um vier Milliarden Euro. Forderung an Bundesgesundheitsministerin Warken Auch der Präsident des Deutschen Landkreistags, Achim Brötel (CDU), äußerte sich besorgt über die Lage der Krankenhäuser. Vor allem freigemeinnützige und kirchliche Träger seien betroffen. "Auch den kommunalen Krankenhäusern geht es richtig schlecht , weil wir als Träger einen Defizitausgleich in der momentan erforderlichen Höhe schlicht nicht mehr leisten können", sagte er der Rheinischen Post . Die Landkreise hätten allein von 2023 bis 2025 insgesamt 25 Milliarden Euro aufgebracht, um die Verluste ihrer Kliniken auszugleichen. "Dabei steht uns das Wasser selbst bis zum Hals", sagte Brötel. Auch Brötel schloss sich der Forderung an Warken an, die im November auslaufenden finanziellen Hilfen für Kliniken zu verlängern. "Man kann eine Branche nicht transformieren und zugleich die Mittel kürzen." Das sei sonst nichts anderes als ein "kalter Strukturwandel". "Wir dürfen jetzt nicht zulassen, dass etwas kaputtgemacht wird, was wir morgen schmerzlich vermissen", sagte der Landkreistagspräsident.