Zeit 05.08.2026
18:15 Uhr

Ceuta: Koalitionspartner in Spanien stellt gemeinsame WM mit Marokko infrage


Die nächste Fußball-WM der Männer soll gemeinsam von Marokko und Spanien ausgetragen werden. Wegen der Krise in der Exklave Ceuta stellt die Partei Sumar das nun infrage.

Ceuta: Koalitionspartner in Spanien stellt gemeinsame WM mit Marokko infrage
Der Koalitionspartner der regierenden Sozialisten des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez hat nach der Ankunft Zehntausender Migranten in der spanischen Exklave Ceuta die gemeinsame Fußball-Weltmeisterschaft 2030 mit Marokko infrage gestellt. Die linke Partei Sumar brachte einen Antrag im spanischen Parlament ein, in dem sie die zuständigen Stellen um eine erneute Prüfung des gemeinsamen Turniers mit Marokko und Portugal bat. Sumar hat mehrere Ministerposten in der Regierung inne, verfügt aber nur über 26 der 350 Sitze im Parlament. Abgesehen von der möglichen Unterstützung durch andere kleine linke Parteien erscheint eine Mehrheit für einen solchen Vorstoß zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich. Zudem wäre ein solcher Beschluss auch nicht bindend. Sumar hofft dennoch, im Parlament weitere Unterstützung dafür gewinnen zu können. Marokko streitet staatliche Beteiligung an Ceuta-Krise ab In der vergangenen Woche hatten nach Angaben der spanischen Regierung rund 72.000 Menschen die spanische Exklave Ceuta schwimmend erreicht , um auf das spanische Festland zu kommen. Die meisten Personen kehrten inzwischen wieder nach Marokko zurück. 79 Menschen kamen nach spanischen Angaben ums Leben. Hintergrund ist nach übereinstimmenden Angaben aus Spanien und Marokko die Verbreitung falscher Informationen auf Grundlage eines Gerichtsurteils, das die sofortige Rückführung auf See abgefangener Migrantinnen und Migranten verbiete. Eine staatliche Beteiligung daran hatte Marokko abgestritten. Der Andrang von Migrantinnen und Migranten sei nicht organisiert gewesen , sondern spontan zustande gekommen, sagte ein Sprecher des marokkanischen Innenministeriums. Nach dem Vorfall kursierten Gerüchte, nach denen die marokkanische Regierung die Migrationsbewegungen bewusst ausgelöst oder geduldet haben könnte, um Spanien unter Druck zu setzen.