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28.05.2026
00:05 Uhr
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Nach zehn Jahren Pause will Brasiliens Präsident Lula die Ölbohrungen im Amazonasbecken wieder aufnehmen. Mit den Einnahmen soll die Energiewende finanziert werden.

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und der staatliche Ölkonzern Petrobras haben angekündigt, nach zehn Jahren Unterbrechung die Bohrungen im Amazonasbecken wieder aufzunehmen. »Wir lieben Brasilien, wir lieben Petrobras, wir wollen gut leben, gut arbeiten und gut studieren, und das ist nur mit wirtschaftlichem Wachstum möglich«, teilte der linksgerichtete Präsident bei einer Zeremonie im nördlichen Bundesstaat Amazonas mit. Der Präsident begründete diesen Schritt weiter damit, dass die Einnahmen aus dem Verkauf fossiler Brennstoffe benötigt werden würden, um die Energiewende zu finanzieren. Während der Zeremonie sprach sich Lula für einen schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen aus, um den Klimawandel einzudämmen. Er ist jedoch der Ansicht, dass Brasilien, das im vergangenen Jahr der neuntgrößte Ölproduzent der Welt war, dafür auf die Erlöse aus der Ölproduktion angewiesen sei. Die Chefin von Petrobras, Magda Chambriard, kündigte Investitionen in Höhe von 2,5 Milliarden Real (etwa 430 Millionen Dollar) an. Damit sollen 22 neue Bohrlöcher im Ölfeld Urucú, wo die Förderung vor rund vierzig Jahren begonnen hatte, gebohrt werden. Klimaschützer kritisierten die angekündigte Wiederaufnahme der Ölbohrungen. Eine Zerstörung der Umwelt müsse unbedingt verhindert werden, forderten sie. Brasiliens Präsident unterstützt auch Ölförderprojekt vor der Küste des Amazonasgebiets Fast zehn Jahre lang hatte Petrobras in der Amazonasregion keine neuen Bohrlöcher mehr gebohrt. Das Gebiet im größten Regenwald der Welt beherbergt das größte Onshore-Vorkommen Brasiliens. Etwa acht Prozent der nationalen Erdgasproduktion im Jahr 2025 stammten von dem Standort. Er ist somit für die Energieversorgung des vergleichsweise armen Nordens Brasiliens von großer Bedeutung. Lula, der im Oktober seine Wiederwahl anstrebt, befürwortete zuletzt auch ein umfangreiches Ölförderprojekt vor der Küste des Amazonasgebiets. Fast 95 Prozent der Ölproduktion des Landes stammen aus Offshore-Vorkommen, die auf Ölinseln im Meer gefördert werden. Während der UN-Klimakonferenz COP30 , die in der brasilianischen Amazonasstadt Belém ausgerichtet worden war, hatte Lula die Staats- und Regierungschefs der Welt aufgefordert, einen »Fahrplan« für den Ausstieg aus fossilen Energien vorzulegen. Seine eigene Regierung hat ihren Plan jedoch bislang nicht vorgelegt. Eigentlich hatte sie sich dazu verpflichtet, dies bis spätestens Februar zu tun.