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29.05.2026
12:38 Uhr
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Noch vor der Neuwahl der Parteiführung entbrennt in der FDP eine Kontroverse: Wie soll die Partei künftig mit der AfD umgehen? Die Spitze ist unterschiedlicher Meinung.

In der FDP-Führung ist eine Kontroverse um den künftigen Umgang mit der AfD entbrannt. Vor der Neuwahl der FDP-Parteispitze am Wochenende widersprach der designierte Parteivize Henning Höne im Magazin Politico dem möglichen Parteichef Wolfgang Kubicki : »Ich will keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD. Ich will auch keine Normalisierung der AfD«, sagte Höne. Kubicki sowie der designierte FDP-Generalsekretär Martin Hagen hatten zuvor ein Ende der sogenannten Brandmauer zur AfD gefordert. Statt dieses »Popanz namens Brandmauer« brauche es eine »inhaltliche Auseinandersetzung«, sagte Hagen der Nachrichtenagentur AFP. »Der Versuch, die AfD durch Brandmauer und Ausgrenzung kleinzuhalten, ist offensichtlich gescheitert. Ich plädiere für einen anderen Umgang.« Kubicki bezeichnete ein Ende der Brandmauer als »Selbstverständlichkeit«. Dem widersprach Höne: Er wolle generell »weniger über die AfD allgemein« reden, sagte der Vorsitzende der FDP in Nordrhein-Westfalen. Die AfD gewinne immer neue Stammwähler hinzu, »wenn einer empört Brandmauer schreit«. Kubicki: FDP soll Abstimmungen nicht von AfD abhängig machen Auch Wolfgang Kubicki sprach sich für ein Ende der politischen Ausgrenzung der in Teilen gesichert rechtsextremen AfD aus. Er zeigte sich offen für ein gemeinsames Abstimmungsverhalten: »Wir werden unsere eigenen Entscheidungen, unsere Anträge in Parlamenten nicht davon abhängig machen, wer zustimmt.« Da werde man dann sehen, »wo Mehrheiten herkommen«, sagte er bei RTL und n-tv. Ähnlich äußerte sich auch Hagen, der es für »absurd« hält, das Abstimmungsverhalten der eigenen Partei von dem der AfD abhängig zu machen. Der Vertraute von Kubicki deutete einen schärferen Ton seiner Partei an. »Gerade in der außerparlamentarischen Opposition muss man zuspitzen und manchmal auch ein Stück weit provozieren können«, sagte er. Damit wolle man Wähler von der Union und AfD zurückgewinnen. Hagen bestreitet Rechtsruck der Partei Hagen war von 2021 bis 2025 Landesvorsitzender der Bayern-FDP. Inzwischen ist er Geschäftsführer der rechtskonservativen Denkfabrik R21 , die nach eigenen Angaben Ideen für eine »neue bürgerliche Politik« entwickelt. Das Institut kritisiert Themen wie »woke Identitätspolitik« und eine angebliche Übermacht linker und grüner Ansichten in der öffentlichen Debatte. Der von den beiden CDU-Politikern Andreas Rödder und Kristina Schröder gegründete Thinktank steht in der Kritik, eine Zusammenarbeit zwischen Union und AfD vorzubereiten. Die Denkfabrik erhält nach Angaben des Vereins Campact für dieses Jahr 500.000 Euro an Fördermitteln aus der Bundesregierung. Diese bestätigte auf eine Kleine Anfrage der Linken, dass eine »institutionelle Zuwendung« an R21 veranschlagt worden sei (PDF) . Auch Hagen selbst bemängelte einen Meinungskorridor, der in den vergangenen zehn Jahren »immer enger gezogen worden« sei, insbesondere bei Themen wie Migration, Klima und Corona. Gleichzeitig widersprach er dem Vorwurf, die Partei würde nach rechts rücken. Die FDP müsse wieder eine »Partei der Meinungsfreiheit und des offenen Diskurses sein«, in der auch Platz für zugespitzte Thesen sei. »Das galt früher mal als links, heute gilt es als rechts«, sagte Hagen. Man wolle unter der künftigen Führung als Partei der Marktwirtschaft und als Verfechterin von Freiheiten gegen einen als übergriffig empfundenen Staat um Wähler werben. Nach dem Rückzug des bisherigen Parteichefs Christian Dürr soll am Wochenende eine neue FDP-Führung gewählt werden. In Umfragen liegt die FDP bundesweit meist deutlich unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde. Im Bundestag und in den meisten Landtagen ist sie nicht mehr vertreten.