|
20.03.2026
11:35 Uhr
|
Internationale Ermittler haben die Botnetze Aisuru und Kimwolf abgeschaltet. Diese hatten zuvor Millionen Geräte infiziert. Eine der Spuren führt nach Deutschland.

Ermittlern ist ein Schlag gegen zwei der weltweit größten Schadprogramme für Computer gelungen. In einer international abgestimmten Aktion gemeinsam mit Strafverfolgungsbehörden aus Kanada und den USA konnte technische Infrastruktur der beiden sogenannte Botnetze Aisuru und Kimwolf abgeschaltet werden, teilte das Bundeskriminalamt in Wiesbaden und die Generalstaatsanwaltschaft Köln mit. Ein Botnetz vernetzt mit Schadsoftware infizierte Computer, Smartphones oder Router, die von Cyberkriminellen ferngesteuert werden. Die Strafverfolger identifizierten zudem zwei mutmaßliche Administratoren. Auf die Beschuldigten kämen nun rechtliche Konsequenzen zu. Deren Wohnorte in Deutschland und in Kanada wurden demnach durchsucht. Umfassende Beweismittel seien beschlagnahmt worden, darunter Datenträger und Kryptowährungen im fünfstelligen Bereich. Millionen infizierte Geräte Die beiden abgeschalteten Schadprogramme stellten den Behörden zufolge aufgrund ihrer Größe und damit einhergehenden Angriffskapazität eine Bedrohung für Computersysteme und andere IT-Infrastrukturen dar. Dem Aisuru-Botnetz wird ein Zusammenschluss aus mutmaßlich mehreren Millionen mit Schadsoftware infizierten Geräten wie beispielsweise Routern und Webcams zugerechnet. In direktem Zusammenhang damit steht den Angaben zufolge das Kimwolf-Botnetz. Auch dieses umfasse mehrere Millionen infizierte Geräte, überwiegend Android-Fernsehboxen. Dem internationalen Schlag gegen die Schadprogramme gingen mehrmonatige Ermittlungen voraus. USA: Vier Netzwerke zerschlagen Am Donnerstag gab das US-Justizministerium bekannt, gemeinsam mit Deutschland und Kanada vier Schadnetzwerke mit den Namen Aisuru, KimWolf, JackSkid und Mossad zerschlagen zu haben. Die Betreiber der Botnetze hätten weltweit Hunderttausende DDoS-Angriffe auf Computer und Server ausgeführt. DDoS steht für Distributed Denial of Service, was einen Vorgang beschreibt, bei denen Webseiten durch eine Flut von Anfragen lahmgelegt werden . Die meisten infizierten Geräte waren demnach mit dem Internet verbundene Geräte wie Webcams, digitale Videorekorder oder WLAN-Router. Weltweit seien mehr als drei Millionen Geräte infiziert gewesen. Zu den Zielen gehörten auch Webseiten des US-Verteidigungsministeriums. In einigen Fällen hätten die Täter von ihren Opfern Zahlungen verlangt. "Die heutige Zerschlagung von vier mächtigen Botnetzen unterstreicht unser Engagement, neue Cyber-Bedrohungen für das Verteidigungsministerium und seine Soldaten zu beseitigen", sagte ein Sonderermittler des Ministeriums. An der Operation waren auch Technologiekonzerne wie Amazon Web Services, Google und Nokia sowie die EU-Polizeibehörde Europol beteiligt.