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23.05.2026
17:14 Uhr
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Gibt es morgen noch ein morgen? Garth Greenwell verwandelt die Klinik zum Roman.

Virginia Woolf wunderte sich einmal, dass Krankheit nicht zu den großen Themen der Literatur gehöre, wie Liebe, Kampf oder Eifersucht, obwohl sie so gewaltig sei. »Man würde denken, Romane wären der Grippe gewidmet worden; epische Dichtungen dem Typhus; Oden der Lungenentzündung; Verse dem Zahnschmerz«, schrieb sie 1926. Seitdem wurden so einige Bücher über Seuchen und Sanatorien verfasst, und dennoch gilt noch immer, was Woolf damals beobachtete: »Das einfachste Schulmädchen hat, wenn es sich verliebt, Shakespeare, Donne, Keats, um sie für sich sprechen zu lassen, doch wenn ein Leidender versucht, einem Arzt den Schmerz in seinem Kopf zu beschreiben, versiegt die Sprache sofort.« Nun hat trotzdem wieder jemand gewagt, für diesen schwierigen menschlichen Zustand Worte zu suchen – und hat arg schöne gefunden.