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27.05.2026
08:15 Uhr
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Putin ist in Russland zunehmend unbeliebt. Die Frage ist, ob ihm das gefährlich werden kann. Ein Blick in die jüngere Geschichte verrät, wie er mit Systemkrisen umgeht.

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor. An einem Mittwochmorgen blitzt eine Eilmeldung auf Ihrem Bildschirm auf: »Putsch in Moskau«. Im Kreml bereitet derweil Premier Michail Mischustin zusammen mit dem Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin und Wladimir Putins ehemaligem Politikchef Sergej Kirijenko eine Pressekonferenz vor. Sie wollen verkünden, dass Putin »wegen einer Krankheit vorübergehend verhindert« sei. Die Staatsgeschäfte würden sie vorübergehend übernehmen. Im Staatsfernsehen läuft das Ballett Schwanensee. Das klingt, zugegeben, illusorisch. Trotzdem ist die Vorstellung verlockend. Denn allein an Putin, so viel ist aus Moskau zu hören, scheitere bisher eine Verhandlungslösung im Krieg gegen die Ukraine. Nachvollziehbar also, dass die Erzählung eines schwächelnden Putin dieser Tage Konjunktur hat.