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05.06.2026
20:13 Uhr
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Wladimir Putins Wirtschaftsforum ist weniger global, als der es gern hätte. Auch aus Österreich ist kaum wer dort – also inszenieren die Russen einfach einen Dialog.

Karin Kneissl fühlt sich sichtlich wohl. Sie hat gute Laune, lacht, grüßt ins Publikum. Und als sie das Wort ergreift, zuerst mit ein paar Brocken Russisch, dann wechselt sie ins Englische, ist sie ganz in ihrem Element. Was folgt, ist ihr Abgesang auf Europa, diesen marktzentrierten und seelenlosen »Militärblock«, der es doch nie schaffen werde, zu einem Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen zu werden. Die ehemalige Außenministerin eines EU-Landes, die Europa vom Petersburger Wirtschaftsforum aus den Untergang prophezeit: Willkommen in der Welt von Karin Kneissl, die von 2017 bis 2019 auf einem Ticket der FPÖ das Außenministerium besetzte und mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf ihrer Hochzeit tanzte. »Politisch verfolgt« und beruflich »vernichtet« sei sie nach ihrer Amtszeit gewesen, beklagte sie seither immer wieder. Seit 2023 lebt sie mit ihren Hunden und Ponys in einem russischen Dorf, leitet einen staatlichen Thinktank in Sankt Petersburg und preist Putin als »intelligenten Gentleman«.