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20.03.2026
13:38 Uhr
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International herrscht kalte Machtpolitik. Ist der Universalismus deshalb tot? Nein, aber er muss sich erneuern und darf Konflikte nicht einfach mehr wegmoralisieren.

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 12/2026. Totgesagte leben länger. Beim Universalismus wäre man im Augenblick schon dankbar, wenn er nicht nur noch in Jubiläumsreden und den Restbeständen einer müde gewordenen Fortschrittserzählung überdauerte. Denn die Frage, ob er tot sei, stellt sich ja nicht primär im akademischen Seminar. Sie entspringt aus einer Welt, in der wieder mit erschreckender Selbstverständlichkeit das Recht des Stärkeren gegen die Stärke des Rechts in Stellung gebracht wird – jüngst wieder im Irankrieg, diesmal mit zweifelhaften Erfolgsaussichten demonstriert.