Zeit 16.03.2026
17:59 Uhr

(+) Stefan Einsiedel: "Auch in unserem Grundgesetz steht: Eigentum verpflichtet"


Immer weniger Großgrundbesitzer prägen das Antlitz der Bundesrepublik, sagt der Umweltethiker Stefan Einsiedel. Wir sollten deshalb unseren Eigentumsbegriff überdenken.

(+) Stefan Einsiedel:
Wir leben in Zeiten, die uns einiges Kopfzerbrechen bereiten. Deshalb fragen wir in dieser Serie, was interessante Köpfe gegenwärtig bedenkenswert finden. Heute antwortet der Umweltethiker Stefan Einsiedel, der an der Hochschule für Philosophie in München lehrt. DIE ZEIT: Stefan Einsiedel, worüber denken Sie gerade nach? Stefan Einsiedel: Mich bekümmert, dass der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen aktuell an vielen Stellen politisch aufgehalten werden soll. Dabei ist er so dringlich. ZEIT: Worauf spielen Sie an? Einsiedel: In Berlin berät der Bundesrat gerade auf Initiative des Freistaates Bayern, wie die europäische Wiederherstellungsverordnung verwässert werden kann. Sie soll dazu beitragen, dass sich Wälder und Landschaften erholen, denn Renaturierung trägt zum Klima- und Artenschutz bei. Ein anderes Beispiel sind die Gesetze zur Wachstums- und Planungsbeschleunigung, die zuletzt auf den Weg gebracht wurden. Aus meiner Sicht will die Bundesregierung hier demokratische Einspruchsrechte der Bürger zu sehr beschneiden, damit möglichst ungehindert gebaut werden kann. Auch dadurch droht der Schutz der Natur ins Hintertreffen zu geraten.