Zeit 01.06.2026
09:03 Uhr

(+) Sexuelle Belästigung: Wenn der Fahrlehrer übergriffig wird


Fahrschülerinnen können leicht in ein Dilemma geraten, warnt ein neues Gerichtsurteil. Denn wer sich gegen Belästigungen wehrt, riskiert den Erfolg bei der Fahrprüfung.

(+) Sexuelle Belästigung: Wenn der Fahrlehrer übergriffig wird
Vor einer Theoriestunde fasste er ihr an die Wange, kam ihr dabei so nah, dass sie zurückschreckte, und sagte ihr in derben Worten, dass er Sex mit ihr haben wolle. Auf dem Weg zum Fahrschulauto schlug er ihr auf das Gesäß. Als sie sich umdrehte, grinste er sie an. Und auch auf WhatsApp und Facebook teilte er ihr mit, was er alles mit ihr anstellen wolle. Er, der Fahrlehrer Mitte 40, sie die 18-jährige Fahrschülerin. Die junge Frau habe das Verhalten »als erniedrigend und abstoßend« empfunden, heißt es in Akten der bayerischen Justiz zu dem Fall. Die wiederum nur aktiv werden konnte, weil die Schülerin die Kraft besaß, die Übergriffe ihres Lehrers zur Anzeige zu bringen. Das Amtsgericht Rosenheim verurteilte den Mann wegen sexueller Belästigung zu einer Geldstrafe. Das Landratsamt entzog ihm daraufhin seine Fahrlehrerlizenz. Doch erst jetzt ist klar, nach einem endgültigen Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom März dieses Jahres: Er wird seine Lehrerlaubnis auch nicht wiederbekommen.