Zeit 06.10.2026
19:13 Uhr

(+) Schülerproteste in Frankreich: »Finger weg von unseren Kindern


Ein Jugendlicher verlor ein Auge, ein anderer einen Arm: Die Schulproteste in Frankreich eskalieren. Was passiert am bislang größten Streiktag?

(+) Schülerproteste in Frankreich: »Finger weg von unseren Kindern
An diesem Aktionstag der französischen Oberstufenschüler tauchen in Marseille plötzlich Erwachsene auf. Eltern, die Angst um ihre Kinder haben. So wie Émilie Robert. »Ich laufe bei der Demonstration mit, um die Jugendlichen vor polizeilichen Übergriffen zu schützen«, sagt Robert. Sie leitet ein Jugendtheater in der Stadt und ist Mutter eines 15-Jährigen. »Ich kenne und teile die Zukunftssorgen der Teenagerinnen«, sagt sie. Nach knapp zwei Wochen, in denen Jugendliche Hunderte Oberschulen besetzten, folgte am Dienstag der landesweite Aktionstag. Das Innenministerium sprach von rund 250.000, die Veranstalter von 450.000 Demonstrierenden auf den Straßen. Sie fordern unter anderem Tausende neue Lehrerstellen, kürzere Schultage und mehr Mitsprache. Sozialwissenschaftler und Regierung nennen die andauernden Blockaden »historisch einmalig«. Denn während das Land mit Studierendenprotesten vertraut ist, demonstrieren diesmal 14- bis 17-Jährige. In den vergangenen Tagen haben sie im ganzen Land an vielen Schulen frühmorgens schon die Tore mit Mülltonnen, Holzpaletten oder Pappkartons blockiert. Als Reaktion ließ Bildungsminister Édouard Geffray seit Freitag mehr als 600 Lycées schließen.