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19.03.2026
13:45 Uhr
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Jürgen Habermas verstehen: Wagen wir nach seinem Tod einen Streifzug durch sein Werk. Intellektuelle Verzweiflung und düstere Gedanken über die Welt inklusive.

Was nur trieb diesen jungen Mann um? Welches Programm verfolgte der philosophisch Hochbegabte? Jürgen Habermas, das war Anfang der Sechzigerjahre, galt als Shootingstar der akademischen Branche. Er schrieb unverschämt selbstbewusst, in einem kühlen, sonoren Sound und mit seltener intellektueller Brillanz. Konservative Zeitgenossen waren überzeugt, in dem Newcomer einen elegant getarnten Marxisten vor sich zu haben. Schon dessen Habilitation war ihnen verdächtig. Das Werk handelte vom Strukturwandel der Öffentlichkeit und schloss mit einer bösen Prophezeiung: Eines Tages werde der Kapitalismus auch diese bürgerliche Errungenschaft noch ans Messer liefern.