Zeit 15.08.2026
17:21 Uhr

(+) Paul R. Williams: Der Star, der durch die Hintertür kam


Paul R. Williams wurde zum Architekten von Hollywood, obwohl er als Schwarzer in vielen Vierteln von Los Angeles nicht wohnen durfte. Jetzt wird er wieder gefeiert.

(+) Paul R. Williams: Der Star, der durch die Hintertür kam
Architekt?! Das konnte nicht sein Ernst sein. »Wer hat je von einem schwarzen Architekten gehört?« Seinen Lebensplan, riet der Highschool-Lehrer dem Schüler, solle er schnell vergessen. Weiße würden ihn nicht engagieren, Schwarze könnten es sich nicht leisten. Zu spät, der Junge war entschlossen. Ein Handwerker hatte ihm, der so leidenschaftlich zeichnete, diese Idee eingepflanzt, seine Pflegemutter ihn in der Überzeugung erzogen, er könne alles werden, was er wolle. Und so wurde Paul Revere Williams das, was es bis heute kaum gibt: ein schwarzer Architekt. Als erster Afroamerikaner westlich des Mississippi bekam er 1921 seine Lizenz, mehr als 3.000 Projekte hat der Kalifornier in seiner fast 60-jährigen Laufbahn fertiggestellt – opulente Villen ebenso wie bezahlbare Wohnungen, Kirchen, Hotels, Restaurants, Schulen, Flughafengebäude, Banken, Gerichte und Krankenhäuser. Präsident Truman überreichte ihm die Ehrendoktorwürde, Präsident Eisenhower lud Williams in den Ausschuss für staatliche Wohnungsbaupolitik und zum Essen ins Weiße Haus, zu seiner Heerschar illustrer Auftraggeber gehörten Stars wie Frank Sinatra und Tarzan-Darsteller Johnny Weissmuller.