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02.06.2026
19:38 Uhr
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Hamburgs verlorene Olympia-Entscheidung zeigt auch: Wer Menschen mitnehmen will, muss wissen, wohin.

Für den US-amerikanischen Stadtgeografen und Sozialwissenschaftler John Rennie Short, der 16 Jahre vor dem gescheiterten Referendum des Hamburger Senats eine hellsichtige Olympia-Analyse schrieb, hatte die Ausrichtung der Spiele wenig mit Sport zu tun. Es ging für ihn um »boosterism«, also eine Art Gigantismus im Stadtmarketing. Städte werden dabei von ihren politischen Führungen nicht als Orte einer zu gestaltenden Lebenswirklichkeit aufgefasst, sondern als im Wettbewerb befindliche globale Akteure, die im Kampf um Wachstumschancen unablässig um Aufmerksamkeit und Kapital konkurrieren. »Gastgeber der Spiele zu sein«, schrieb Short, »verschafft den städtischen Eliten Anreiz und Gelegenheit, ihre Städte in einem zunehmend wettbewerbsorientierten Umfeld neu aufzustellen.« Dafür benötigten sie »eine Fassade der Massenunterstützung, um die enormen Kosten zu rechtfertigen und eine öffentliche Legitimation in die Zukunft zu projizieren«.