Zeit 18.03.2026
13:14 Uhr

(+) Muskeln im Alter: "Krafttraining wird bald so selbstverständlich sein wie Zähneputzen"


Muskeltraining kann die Risiken für Krebs, Alzheimer und Diabetes senken. Der Sportwissenschaftler Jürgen Gießing erklärt, warum es besonders im Alter so wichtig ist.

(+) Muskeln im Alter:
Jürgen Gießing ist Sportwissenschaftler und Experte im Bereich des High-Intensity-Trainings (HIT). In seinem neuen Buch "Reverse Aging" schreibt er darüber, wie man mit gezieltem Krafttraining nicht nur die Muskulatur stärken, sondern auch Krankheiten vermeiden kann. DIE ZEIT: Herr Gießing, dass Muskeltraining im Alter gut und wichtig ist, ist bekannt. "Reverse Aging" klingt, als ob man den Alterungsprozess sogar umdrehen kann. Wie soll das gehen? Jürgen Gießing: Das Training soll ja nicht das Altern an sich verhindern, im Gegenteil: Das Ziel ist es, sehr, sehr alt zu werden – und dabei fit zu bleiben. Und das kann man tatsächlich sehr gut hinbekommen. Bestimmte körperliche Veränderungen, die oft als unvermeidliche Begleiterscheinungen des Alterns hingenommen werden, lassen sich nämlich tatsächlich umkehren. Muskelschwund führt nicht nur zu Kraftverlust, sondern hat auch zahlreiche weitere Auswirkungen auf die Gesundheit, wie den Abbau von Knochensubstanz, das Absterben der Nervenzellen und Nervenbahnen oder die Abnahme der Speichermöglichkeiten für Kohlenhydrate. Aber: All diesen Verlusten kann man durch regelmäßiges Training entgegenwirken, sie stoppen oder sogar komplett verhindern.