Zeit 25.05.2026
10:07 Uhr

(+) Missbrauchsskandal in Kitas und Grundschulen: Das Grauen in Pariser Kitas


Betreuer in Gewahrsam, Ermittlungen in über hundert Kindergärten: Ein Missbrauchsskandal erschüttert Frankreich. Er zeigt auch, wie prekär mancherorts die Betreuung ist.

(+) Missbrauchsskandal in Kitas und Grundschulen: Das Grauen in Pariser Kitas
Eine Betreuerin soll einem Kindergartenkind das Stofftier weggerissen und ihn als »dreckigen Jungen« beschimpft haben. Ein weiteres Kind soll an den Ohren gezogen worden sein, andere angeschrien, in den Nacken geschlagen oder in einen dunklen Raum gesperrt. Eine Familie sagt, ihr Sohn habe über Schmerzen am Po geklagt, schließlich habe ein Arzt festgestellt: Er wurde vermutlich vergewaltigt. Der Missbrauchsskandal in französischen Betreuungseinrichtungen und Schulen weitet sich aus: Die Pariser Polizei ermittelt inzwischen in zehn Kitas, 100 Kindergärten und 20 Grundschulen, Bürgermeister Emmanuel Grégoire gab zudem an, rund 100 Betreuerinnen suspendiert zu haben. 16 Betreuer einer Kindertagesstätte im wohlhabenden siebten Arrondissement wurden vorübergehend festgenommen, nachdem Eltern insgesamt 30 Anzeigen erstattet hatten. Zwei Männer und eine Frau werden nun dem Untersuchungsrichter vorgeführt – ihnen werden sexuelle Misshandlungen an Schutzbefohlenen vorgeworfen. Grégoire verspricht seit seinem Amtsantritt im März dieses Jahres »volle Transparenz« in der Affäre. In einem Interview machte der Sozialist öffentlich, dass er selbst als Viertklässler über viele Monate sexuell missbraucht wurde.