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15.08.2026
16:57 Uhr
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Wenn sich Maschinen selbstständig machen und Falschinformationen liefern, ist das allein der Fehler ihrer Urheber. Wir sollten uns bei der KI entschuldigen.

In der Reihe »Die Pflichtverteidigung« ergreifen wir das Wort für Personen, Tiere, Dinge oder Gewohnheiten, die von vielen kritisiert und abgelehnt werden. Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 33/2026. Der Mensch hat eine erstaunliche Eigenschaft: Er vermenschlicht alles. Wir geben dem Sturm Wut und dem Meer Hunger. Der Natur einen Willen und der KI, einer Maschine, eine Agenda. In der Psychologie nennt man dieses Phänomen Anthropomorphismus, wir schreiben einer Software, einer Technik, menschliche Eigenschaften zu. Da ist dieses Gesicht in einer Steckdose: zwei Augen, ein Mund. Der Computer sabotiert uns sicher nicht mit Absicht, »Egal!«, schreien wir, »dieses verdammte Ding!« Da ist die Zeit, die uns davonrennt, das Schicksal, das zuschlägt, die Geschichte, die über uns richtet. Selbst aus dem Tod, einem unumkehrbaren biologischen Vorgang, haben wir eine Figur erschaffen, die uns holt. Leichtfertig geben wir Dingen, die eigentlich keine Person sind, einen Willen. Und jetzt eben auch der KI.