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04.06.2026
19:56 Uhr
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Mit dem Begriff Katechon bekämpfen Putin-Einflüsterer und Techmilliardäre den Liberalismus. Der Historiker Volker Weiß erklärt in seinem neuen Buch, was dahintersteckt.

Die Krise der Demokratie nährt nicht nur allgemeine Zweifel am Fortschritt, auch vermeintlich Gebanntes und überwunden Geglaubtes kehrt wieder: Antiliberalismus, Autokratie, der politische Irrationalismus, Gewalt und Krieg. Atemlos sind daher die intellektuellen Bemühungen, diesen Umschwung ideengeschichtlich zu erklären. In seinem neuen gedankenreichen Essay mit dem Titel Katechon erklärt der Historiker und Rechtsextremismusforscher Volker Weiß das Revival der politischen Theologie, der sich heute so unterschiedliche Figuren wie der Putin-Einflüsterer Alexander Dugin oder der Tech-Milliardär Peter Thiel verschrieben haben. Was unter dem Begriff genau zu verstehen ist, darüber lässt sich traditionell kaum Einigkeit erzielen: Theologie, die politisch wird? Apokalyptische oder endzeitliche Vorstellungen, die Einfluss auf die Politik gewinnen? Oder will man damit der Maxime des Staatsrechtlers Carl Schmitt folgen, zentrale politische Begriffe wie Souveränität, Gesetz oder Legitimität seien auf ihren ursprünglichen religiösen Sinn zurückzuführen?