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21.03.2026
15:55 Uhr
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Er begann in einem einfachen Restaurant in Tbilissi, heute kocht er im Palast der schönen Künste in Brüssel: wie Karen Torosyan es ganz nach oben schaffte.

Karen Torosyan steht allein in seiner Küche, die so groß ist wie ein Loft für eine Großfamilie, lässt einen Kaffee in seinen Edelstahlbecher laufen, als seine Assistentin ihn an das Bewerbungsgespräch erinnert: Es beginnt in zwei Minuten. Der Laptop für den Videocall steht schon bereit, auf einer Marmortischplatte im Gastraum ein Stockwerk über ihm, und der Kandidat, 22 Jahre alt, ein Koch aus Hamburg, erscheint pünktlich um 10.30 Uhr auf dem Bildschirm. Torosyan ist inzwischen die hölzerne Wendeltreppe hochgelaufen in sein Restaurant, er setzt sich allerdings nicht an den Tisch, sondern läuft von links nach rechts, seine Assistentin hinterher, gemeinsam umrunden sie mehrmals den Hausmeister, der gerade an einem wackeligen Tischbein schraubt. Da Torosyan offenbar noch ein bisschen braucht, kann man den Kandidaten in Hamburg ja schon mal selbst etwas fragen: Hallo, guten Tag, das ZEITmagazin hier! Warum möchten Sie denn unbedingt hier arbeiten, im Bozar Restaurant in Brüssel?