|
18.08.2026
16:57 Uhr
|
Könnerschaft gerät mehr und mehr in Verruf, weil sie fürs politisch und kulturell Falsche steht. Wie gut, dass Fernsehköche und TV-Chirurgen den Ausweg kennen.

Jetzt hat es nach der Politik auch die kulturelle Sphäre erwischt. Vielleicht, weil es da nicht so schlimm ist? Kulturbestände gelten als schön, machen aber Arbeit. Die kann man anderswo gewinnbringender einsetzen. Was soll’s also, wenn im kulturellen Feld die Dinge in Schieflage geraten. Gemeint sind der Niedergang und die Entwertung der Professionalität. Das heißt jenes Ensembles aus Erfahrung, Wissen und Können, ohne das man einen Job zwar machen kann, aber nicht gut, schon gar nicht sehr gut oder ausgezeichnet. Die kulturelle Sphäre wird bei dieser Diagnose vertreten vom Buchmarkt und der Literatur, ausgerechnet. Schreiben, Formulieren, Publizieren: Das waren mal Aktualisierungen eines künstlerischen Programms. Wer schrieb, hatte was zu sagen oder was zu können, weil, wie Ringelnatz sagt: »Kunst kommt von Können, nicht von Wollen, sonst hieße sie ja Wunst.«