Zeit 10.08.2026
16:13 Uhr

(+) Grünes Methanol: Ein Geist aus Sonne und Luft


Was, wenn’s gelingt? Stellen Sie sich vor, Solarzellen erzeugen künftig einen unverzichtbaren Stoff, der heute oft noch aus Kohle, Öl oder gar Torf gewonnen wird.

(+) Grünes Methanol: Ein Geist aus Sonne und Luft
Diese Woche basiert unser Blick in eine mögliche Zukunft auf einer Veröffentlichung im »Journal of the American Chemical Society«. Eine solche Zeitreise zum Gelingen erzählen wir auch alle vierzehn Tage im ZEIT-Krisenpodcast »Auch das noch?«. Sommer 2036 – die Sonne schenkt jetzt nicht mehr nur Elektrizität. Ganz ähnlich wie Solarstrom entsteht inzwischen auch grünes Methanol. Nötig sind dafür nur eine fotoelektrische Zelle, etwas Wasser und Luft – schon bildet sich wie von Geisterhand der begehrte Stoff. »Holzgeist« hatte man die Substanz früher auch genannt. Der irische Chemiker Robert Boyle destillierte bereits im Jahr 1661 als Erster reines Methanol – CH₄O – aus einem Stück Buchsbaumholz. Später diente dann dieser einfachste aller Alkohole lange als Brennstoff und Ausgangsmaterial in der Chemieindustrie (etwa als Lösungsmittel). Mit der Energiewende wurde er in den 2010er- und 2020er-Jahren immer interessanter: Mit überschüssigem Solar- oder Windstrom erzeugt, kann aus ihm Kraftstoff hergestellt werden (»methanol to gasoline«), der ohne Erdöl auskommt.