Zeit 16.03.2026
17:11 Uhr

(+) Asyl in Köln: "Verarsch mich, sooft du willst"


147 Straftaten soll ein bosnischer Asylbewerber begangen haben. Schon vor 23 Jahren hätte er Deutschland verlassen müssen. Doch die Behörden? Scheren sich nicht darum.

(+) Asyl in Köln:
Irgendwo dahinten, in einem der unscheinbaren Gebäude, müsste er wohnen: Ibro Tomic (Name aus juristischen Gründen geändert), ein ausreisepflichtiger Bosnier, über den die Stadt Köln keine Auskunft gibt und den die Bild-Zeitung einen "Stütze-Schmarotzer" nannte. Es ist ein sonniger Nachmittag im März, einer der ersten warmen Tage des Jahres. Das Eingangstor der kleinen Containersiedlung am Rande eines Kölner Gewerbegebiets steht offen. Ich laufe über einen lang gestreckten Hof zur Unterkunft, in der Asylbewerber leben. In einer Jackentasche habe ich einen Brief, der für Ibro Tomic bestimmt ist. Darin steht, wie er mich erreichen kann – für den Fall, dass ich ihn nicht antreffen sollte. Es ist möglich, dass er hier gar nicht mehr lebt. Ein Sozialarbeiter, der ihn kennt, erzählte mir, Tomic sei mit seiner Familie an einem anderen Ort untergebracht worden, weil der Medienrummel unerträglich geworden sei.