Fast zwei Wochen nach einer Explosion auf einem Gewerbegelände in Hamburg-St. Pauli sucht die Polizei öffentlich nach Zeugen. Nach Angaben der Ermittler wurde in der Nacht zum 26. Juni gegen Mitternacht eine Handgranate auf ein Areal an der Lagerstraße geworfen und dort zur Explosion gebracht. Wie die Polizei mitteilte, sollen bislang unbekannte Täter den Sprengkörper von der Lagerstraße aus über eine Steinmauer auf das Gelände geworfen haben. Auf dem Areal des ehemaligen Schlachthofs Hamburg befinden sich mehrere Unternehmen sowie Sport- und Veranstaltungsflächen. Die Handgranate detonierte nach den bisherigen Erkenntnissen auf dem Gelände und verursachte Sachschäden. Nach Angaben der Ermittler wurden durch die Explosion Teile eines Gebäudes sowie mehrere abgestellte Fahrzeuge beschädigt. Personen kamen nach Polizeiangaben nicht zu Schaden. Die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar. Die Ermittlungen werden gemeinsam von Polizei und Staatsanwaltschaft geführt. Die Kriminalpolizei versucht nun zu klären, wer für den Wurf der Handgranate verantwortlich ist und welches Motiv hinter der Tat stehen könnte. Für die weiteren Ermittlungen bitten die Behörden um Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen, die Angaben zu verdächtigen Personen oder Beobachtungen im Zusammenhang mit der Tat machen können, werden gebeten, sich beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg unter der Telefonnummer 040/4286-56789 oder bei einer Polizeidienststelle zu melden. Der Vorfall hatte sich nach Erkenntnissen der Polizei bereits Ende Juni ereignet, war bislang jedoch nicht öffentlich bekannt geworden. Erst mit dem jetzt veröffentlichten Zeugenaufruf informierten die Ermittler über den Einsatz. „Universum Gym“ in unmittelbarer Nähe Nach Informationen der „Hamburger Morgenpost“ detonierte die Handgranate auf einem Gelände an der Lagerstraße, auf dem mehrere Unternehmen ansässig sind. Die Zeitung berichtet unter Berufung auf eigene Recherchen, dass sich in unmittelbarer Nähe auch das „Universum Gym“ des Hamburger Box-Promoters Ismail Özen befindet. Zudem veröffentlichte die „Mopo“ Fotos, die beschädigte Fahrzeuge, einen Krater im Asphalt sowie durchlöcherte Fensterscheiben zeigen. Weiterhin schreibt das Blatt, dem Landeskriminalamt liege ein Video vor beziehungsweise es werde ein Videotelefonat thematisiert, in dem Özen bedroht worden sein soll. Die Polizei erklärte laut „Mopo“, die Ermittlungen stünden noch am Anfang. Dem Bericht zufolge führt beim Landeskriminalamt die Abteilung Organisierte Kriminalität die Ermittlungen.