Welt 07.07.2026
13:15 Uhr

Von der Champions League in die Kreisliga – Süle kehrt dem Profifußball den Rücken


Niklas Süle verkündet seinen Wechsel in die Kreisliga. „Es ist ein absolutes Geschenk“, sagte der frühere Nationalspieler und sucht künftig sein Fußballglück fern von Millionen und Marktwerten.

Von der Champions League in die Kreisliga – Süle kehrt dem Profifußball den Rücken

Der Wechsel wirkt auf den ersten Blick wie einer der ungewöhnlichsten Karriereschritte der vergangenen Jahre. Noch vor wenigen Wochen stand Niklas Süle im Kader von Borussia Dortmund (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/borussia-dortmund/) , künftig läuft der frühere Nationalspieler für den SV Tiefenbach in der Kreisliga Sinsheim auf. Der Innenverteidiger bestätigte den Wechsel bei Sky und begründete ihn mit einer bewussten Entscheidung gegen das Profigeschäft. „Ich freue mich sehr, den Fußball endlich wieder aus einem ganz anderen Blickwinkel zu erleben – dort, wo es einzig und allein um den Sport an sich geht und nicht um ein Geschäft oder ums Geld“, sagte Süle. Zwei seiner engsten Freunde spielen bereits beim SV Tiefenbach, einer von ihnen arbeitet dort als Trainer. Nach 13 Jahren im Profifußball sei es für ihn „ein absolutes Geschenk“, gemeinsam mit ihnen auf dem Platz zu stehen und „die Freude an diesem wundervollen Sport noch einmal in vollen Zügen genießen zu können“. Ausschlaggebend für das Ende seiner Profikarriere war eine Knieverletzung im April. Beim Bundesligaspiel in Hoffenheim musste Süle bereits vor der Pause ausgewechselt werden. Zunächst stand der Verdacht eines erneuten Kreuzbandrisses im Raum. Die endgültige Diagnose brachte Klarheit. „Als ich am nächsten Tag ins MRT gekommen bin und die gute Nachricht erhalten habe, war für mich zu tausend Prozent klar, dass es vorbei ist“, sagte Süle. Nach zwei bereits erlittenen Kreuzbandrissen wollte er das Risiko einer weiteren langen Rehabilitationsphase nicht mehr eingehen. Die Aussicht auf Urlaub, Zeit mit der Familie und ein Leben nach dem Profifußball habe ihm gezeigt, dass der richtige Zeitpunkt gekommen sei. Seine Karriere (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/karriere/) gehörte zu den erfolgreichsten deutscher Innenverteidiger seiner Generation. Nach dem Bundesliga-Debüt bei der TSG Hoffenheim entwickelte sich Süle beim FC Bayern zu einem der prägenden Abwehrspieler der Bundesliga. Mit den Münchnern gewann er unter anderem fünf deutsche Meisterschaften, die Champions League (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/champions-league/) , zweimal den DFB-Pokal sowie die Klub-Weltmeisterschaft. Knapp 300 Spiele in der Bundesliga 2022 wechselte er ablösefrei zu Borussia Dortmund. Dort unterschrieb er einen Vierjahresvertrag und gehörte zu den Topverdienern des Klubs (verlinkt auf https://www.transfermarkt.de/niklas-sule/profil/spieler/166601) . Sportlich verliefen die Jahre jedoch wechselhaft. Die Einsatzzeiten gingen kontinuierlich zurück, ehe ihn zuletzt auch Verletzungen immer wieder zurückwarfen. Insgesamt bestritt Süle fast 300 Bundesligaspiele für Hoffenheim, Bayern München und Borussia Dortmund. Hinzu kamen 49 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft. (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/deutsche-fussball-nationalmannschaft/) Sein letzter Wechsel führt ihn nun nicht mehr zu einem internationalen Spitzenklub, sondern zurück zu dem, was er selbst als Kern des Fußballs beschrieb.