Anstelle der Europäischen Union fordert die Partei Die Heimat eine „kooperative Zusammenarbeit souveräner Staaten“, sie plädiert für den Austritt aus der Nato und die Wiedereinführung der D-Mark. Es ist ein Programm, das sich deutlich von den politischen Grundannahmen der meisten europäischen Staaten unterscheidet. In Velten in Brandenburg übernimmt nun ausgerechnet ein Stadtverordneter dieser Partei das Amt des ehrenamtlichen Europabeauftragten – eine Rolle, die offiziell den Gedanken „der Europäischen Einheit und Integration fördern“ soll, wie es auf der Website der Stadt (verlinkt auf https://velten.de/?ModID=7&FID=3631.4289.1&object=tx%7C3631.5.1&NavID=3631.54.1) heißt. Der Verfassungsschutz stuft Die Heimat, Nachfolger der NPD, als rechtsextremistisch ein. Wie die „ Märkische Allgemeine“ (verlinkt auf https://www.maz-online.de/lokales/oberhavel/velten/rechtsextremer-wird-europa-beauftragter-in-velten-svv-waehlt-robert-wolinski-die-heimat-ehem-npd-RQ5MJBCZBJEWXB6BGFTH67YFUI.html) berichtet, wurde Robert Wolinski am vergangenen Donnerstag in geheimer Wahl von den Stadtverordneten gewählt. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse in der rund 13.000 Einwohner großen Stadt nördlich von Berlin sei die Wahl Wolinskis nicht verhinderbar gewesen, sagt der Landtagsabgeordnete Andreas Noack (SPD). In Velten kommen AfD, das Wählerbündnis Pro Velten und Wolinski zusammen auf insgesamt zwölf Stimmen. Die CDU hat drei Sitze, ein Zusammenschluss aus SPD, Linkspartei und einem weiteren Stadtverordneten kommt auf sieben Mandate. Noack, der selbst für den Posten kandidierte, erklärt: „Ein Europabeauftragter sollte die europäische Idee nicht nur formal vertreten, sondern auch glaubwürdig für ihre Werte einstehen. Wie soll jemand glaubwürdig für ein geeintes Europa werben, wenn die eigene politische Ausrichtung auf Nationalismus, Abschottung und europafeindlichen Positionen basiert?“ Auch die Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion für die Bekämpfung von Rechtsextremismus, Annemarie Wolff, kritisiert: „Wenn Akteure in politischen Gremien beginnen, Rechtsextreme für repräsentative oder wertegebundene Ämter vorzuschlagen oder mitzutragen, verschieben sich demokratische Grenzen und gesellschaftliche Maßstäbe immer weiter.“ Die Gefahr liege in der „zunehmenden Normalisierung“. Frank Bommert, Kreisvorsitzender der CDU in Oberhavel, erklärt, mit Wolinski sei ein „Bock zum Gärtner“ gemacht worden. Er nennt die Situation „völlig irre“. Wolinski, der seit 2014 Mitglied in der Stadtverordnetenversammlung ist, weist die Kritik dem „Tagesspiegel“ (verlinkt auf https://www.tagesspiegel.de/potsdam/brandenburg/stadtverordnete-in-velten-haben-entschieden-rechtsextremist-wird-europa-beauftragter-15637067.html) zufolge auf Facebook zurück. Er verweise darauf, dass er als „junger Nationalist“ am europäischen Ausland „stark interessiert“ gewesen sei. Der Beitrag ist auf Facebook derzeit nicht mehr zu finden.